Perserteppich Ghashghai 206 x 85 cm Wolle handgeknüpft

1047$

Handgeknüpfter Ghashghai Perserteppich | Knotendichte: 50.000 – 150.000 Knoten/m² | Material: Flor Schafs- und Ziegenwolle | Größe: 206 x 85 cm | Muster: Abstrakte Muster mit großen Farbflächen sowie tierischen und pflanzlichen Motiven | Zustand: Neu

1 verfügbar

  • ✓Kostenloser Versand in der EU
  • ✓2-5 Werktage Lieferzeit
  • ✓14 Tage Rückgaberecht
  • ✓Weltweiter Versand auf Anfrage
Secure Payment SICHERE ZAHLUNG
Shipping Partners VERSANDPARTNER

Inventarnummer: 5A0D3218

Beschreibung

Ghashghai Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Ghashghai Perserteppich ist handgeknüpft. Für seinen Flor wird handgesponnene Schafs- und Ziegenwolle verwendet. Die Kombination dieser beiden Wollarten gehört zur überlieferten Materialwelt vieler nomadisch geprägter Teppiche aus dem iranischen Südwesten. Handgesponnene Wolle besitzt keine völlig gleichmäßige Faserstärke. Dadurch kann das Garn eine lebendige, leicht wechselnde Oberfläche bilden, die den handwerklichen Charakter des Teppichs sichtbar macht.

Der Flor wird in einzelnen Knotenreihen aufgebaut. Jeder Knoten wird in das Grundgewebe eingebunden und anschließend durch weitere Reihen gesichert. So entsteht eine textile Fläche, deren Struktur nicht durch industrielle Gleichförmigkeit, sondern durch die wiederholte Arbeit der knüpfenden Person geprägt ist. Die angegebene Knotendichte liegt bei 50.000 – 150.000 Knoten pro Quadratmeter. Diese Spanne beschreibt die Dichte der geknüpften Struktur und ordnet das Stück in die für Gabbeh typische handwerkliche Ausführung ein.

Der Flor wird als hoch und weich beschrieben. Die Florhöhe beträgt 2,5 cm. Ein solcher Flor verleiht der Oberfläche eine deutlich fühlbare Tiefe und lässt die Wolle unmittelbar in Erscheinung treten. Bei handgesponnenem Wollgarn können kleine Unterschiede in Stärke und Drehung des Fadens zur charakteristischen Unregelmäßigkeit beitragen. Sie sind Teil der handgeknüpften Verarbeitung und keine Abweichung von einem maschinell hergestellten Teppich.

Die Verarbeitung verbindet damit drei klar benannte Merkmale: handgesponnenes Wollgarn aus Schaf und Ziege, eine handgeknüpfte Konstruktion und einen hohen, weichen Flor. Weitere Materialangaben wie eine gesonderte Kette werden nicht gemacht. Im Mittelpunkt steht die Wolle, die zugleich die haptische Wirkung und das Erscheinungsbild des Gabbeh bestimmt.

Herkunft und Tradition

Der Teppich stammt aus Ghashghai in der Provinz Fars im Iran. Ghashghai Teppiche stehen in Verbindung mit der nomadischen und halbnomadischen Webtradition im Süden des Landes. Die Ghashghai, auch Qashqai genannt, sind für eine eigenständige textile Kultur bekannt, in der Teppiche, Taschen, Decken und andere Gewebe zum täglichen Leben gehörten. Diese Arbeiten entstanden nicht ausschließlich als dekorative Objekte. Sie erfüllten praktische Aufgaben und wurden zugleich zu Trägern von Farbe, Zeichen und überlieferten Gestaltungsideen.

Die Provinz Fars ist ein bedeutendes Gebiet für die iranische Teppichkultur. Ihre Landschaften reichen von trockenen Ebenen bis zu bergigen Regionen. Unterschiedliche Lebensräume, Wanderwege und lokale Gemeinschaften haben eine vielfältige Textiltradition hervorgebracht. Bei nomadischen Teppichen wurde die Gestaltung häufig aus dem verfügbaren Material, der Erfahrung der Weberinnen und dem Gebrauchszweck entwickelt. Deshalb wirken solche Stücke oft unmittelbar und klar, ohne dass ihre Muster einer streng symmetrischen Hofordnung folgen müssen.

Gabbeh ist eine Teppichform, die besonders mit der südwestiranischen Nomadenkultur verbunden wird. Das persische Wort wird gewöhnlich mit einem einfachen, groben oder naturbelassen wirkenden Teppich in Verbindung gebracht. Traditionelle Gabbeh zeichneten sich durch einen vergleichsweise hohen Flor, kräftige Wolle und eine reduzierte Bildsprache aus. Ihre ursprüngliche Funktion war eng mit dem Alltag verbunden: Ein dichter Wollteppich konnte als Unterlage, Sitzfläche oder Schlafunterlage dienen. Aus dieser Gebrauchsnähe entwickelte sich eine Form, bei der Material und Muster gleichwertige Bestandteile des Ausdrucks sind.

Die Knüpftradition in Fars wurde über Generationen durch direkte Weitergabe erhalten. Kenntnisse über das Spinnen, Färben, Aufziehen des Grundgewebes und Knüpfen wurden innerhalb von Familien und Gemeinschaften vermittelt. Nicht jedes Detail musste auf einem schriftlichen Entwurf beruhen. Viele Muster konnten aus dem Gedächtnis, aus vertrauten Motiven oder aus der persönlichen Vorstellung der Weberin entstehen. Diese Arbeitsweise erklärt, warum Gabbeh-Muster häufig eine freie, vereinfachte und dennoch erkennbare Formensprache zeigen.

Iranische Teppiche aus Fars werden oft über den Ort, die Stammestradition oder die charakteristische Gestaltung eingeordnet. Ghashghai bezeichnet dabei eine regionale und kulturelle Herkunft, während Gabbeh die Teppichart und ihre besondere reduzierte Gestaltung beschreibt. Beides ist nicht dasselbe: Die Herkunft verweist auf den Zusammenhang mit Ghashghai und Fars, die Bezeichnung Gabbeh auf die Form des Teppichs, seine Materialwirkung und seine Mustertradition. Der Iran ist die Herkunft des vorliegenden Perserteppichs.

Die Herstellung von Teppichen im nomadischen Umfeld war traditionell an die verfügbaren Rohstoffe gebunden. Schafwolle war in vielen Regionen naheliegend, Ziegenhaar beziehungsweise Ziegenwolle konnte ebenfalls eingesetzt werden. Das Spinnen von Hand erzeugte ein Garn mit eigener Spannung und einer nicht vollständig standardisierten Oberfläche. In Verbindung mit dem hohen Flor entstand die für Gabbeh typische robuste und zugleich weiche Anmutung. Diese allgemeinen Merkmale der Tradition erklären den Stellenwert der Wolle, ohne zusätzliche Eigenschaften dieses einzelnen Teppichs zu behaupten.

Design und Muster

Das Design dieses Teppichs wird als abstrakt beschrieben. Es arbeitet mit großen Farbflächen und verbindet diese mit tierischen sowie pflanzlichen Motiven. Die Muster sind damit nicht als naturalistische Landschaft oder als detailgetreue Darstellung angelegt. Vielmehr werden Formen vereinfacht, vergrößert und in eine klare Flächenordnung überführt. Die Abstraktion lässt einzelne Motive als Zeichen erscheinen und gibt den Farbflächen eine ebenso wichtige Rolle wie den Figuren.

Große Farbflächen sind ein wiederkehrendes Gestaltungsmittel der Gabbeh-Tradition. Sie können den Fond gliedern, einzelne Zonen voneinander absetzen oder die Wirkung eines Motivs verstärken. In einer solchen Komposition entsteht Spannung nicht durch eine Vielzahl kleiner Ornamente, sondern durch das Verhältnis von Fläche, Kontur und Farbe. Die reduzierte Ordnung lässt die Wollstruktur stärker hervortreten, weil sie nicht von einer übermäßig feinen Zeichnung überlagert wird.

Tiermotive gehören zu den vertrauten Bildthemen nomadischer Teppiche. Tiere können als einfache Umrissfiguren, als stilisierte Einzelzeichen oder als wiederholte Formen erscheinen. Ihre Darstellung muss dabei nicht anatomisch genau sein. Ein paar markante Linien können genügen, um einen Vierbeiner, einen Vogel oder ein anderes Tier anzudeuten. Gerade diese Vereinfachung ist für die abstrakte Bildsprache wichtig: Das Motiv bleibt erkennbar, wird aber in ein persönliches und dekoratives Zeichen verwandelt.

Auch pflanzliche Motive lassen sich in Gabbeh-Entwürfen auf wenige Grundformen reduzieren. Zweige, Blätter, Blüten oder stilisierte Bäume werden nicht zwingend botanisch wiedergegeben. Sie können als lineare Zeichen in einer Farbfläche stehen oder gemeinsam mit tierischen Figuren eine kleine Bildszene bilden. Die vorliegende Beschreibung nennt tierische und pflanzliche Motive, ohne einzelne Pflanzen- oder Tierarten festzulegen. Deshalb bleibt die Einordnung auf dieser Ebene und schreibt dem Teppich keine nicht genannten Einzelfiguren zu.

Die Mustertradition von Gabbeh lebt von einer bewussten Vereinfachung. Anders als bei streng aufgebauten Medaillon- oder Rapportkompositionen kann ein Gabbeh-Entwurf mit wenigen, großzügig gesetzten Formen auskommen. Die Anordnung darf dabei asymmetrisch wirken oder den Eindruck einer spontanen Bildfindung vermitteln. Diese Freiheit steht nicht für eine fehlende Gestaltung, sondern für eine andere Art, Ordnung zu schaffen: durch Abstand, Gewichtung, Umriss und die Beziehung zwischen ruhigen Flächen und belebenden Motiven.

Bei der Betrachtung wirken Muster und Material zusammen. Ein hoher Flor zeichnet Konturen nicht so hart ab wie eine flach gewebte Oberfläche. Die Wollfasern können Übergänge weicher erscheinen lassen und den Farben eine textile Tiefe geben. Handgesponnenes Garn trägt zusätzlich dazu bei, dass die Oberfläche nicht vollkommen glatt und uniform wirkt. Bei diesem Teppich treffen daher die abstrakten Farbflächen und die stilisierten Tier- und Pflanzenmotive auf eine deutlich strukturierte Wolloberfläche.

Die Gestaltung lässt sich somit als Verbindung von Flächenkomposition und figürlichen Zeichen beschreiben. Die großen Farbflächen geben dem Entwurf Ruhe und Übersicht, während die Tier- und Pflanzenmotive individuelle Akzente setzen. Der Begriff abstrakt bedeutet hier nicht, dass jede Form ohne Bezug bleibt. Er beschreibt die vereinfachte, nicht naturalistische Behandlung vertrauter Motive. Genau diese Verbindung aus Erkennbarkeit und Reduktion gehört zum visuellen Charakter von Gabbeh.

Besonderheiten

Zu den ausdrücklich genannten Besonderheiten gehören der hohe, weiche Flor, die Verwendung handgesponnener Schafs- und Ziegenwolle und das abstrakte Design mit großen Farbflächen sowie tierischen und pflanzlichen Motiven. Die Florhöhe beträgt 2,5 cm. Der Teppich ist neu. Diese Angaben beschreiben seine Materialwirkung, seine Gestaltung und seinen Zustand, ohne darüber hinausgehende Aussagen über Alter, Signatur oder besondere Provenienz zu machen.

Die Kombination aus kräftiger Wollstruktur und vereinfachtem Muster ist für die Gabbeh-Tradition charakteristisch. Die Oberfläche bleibt als handgeknüpftes Textil wahrnehmbar, während die Gestaltung mit großzügigen Flächen arbeitet. Dadurch stehen Verarbeitung und Design nicht getrennt nebeneinander: Das Garn, der Flor und die Knüpfarbeit bilden den materiellen Rahmen für die abstrakte Bildsprache.

FAQ

Woher stammt dieser Perserteppich?

Dieser Perserteppich stammt aus Ghashghai in der Provinz Fars im Iran. Ghashghai bezeichnet den regionalen und kulturellen Zusammenhang, in dem diese Teppichtradition steht. Fars gehört zu den wichtigen iranischen Gebieten der nomadisch geprägten Teppichherstellung. Die Bezeichnung Gabbeh beschreibt dabei die Teppichart und ihr reduziertes, flächiges Design; sie ersetzt nicht die genannte Herkunft aus Ghashghai und Fars.

Aus welchem Material ist der Teppich gefertigt?

Der Flor besteht aus handgesponnener Schafs- und Ziegenwolle. Die Wolle wird in einer handgeknüpften Verarbeitung eingesetzt. Der Teppich besitzt einen hohen, weichen Flor mit einer Florhöhe von 2,5 cm. Eine gesonderte Angabe zur Kette oder zu weiteren Materialien liegt nicht vor. Die wesentlichen Materialmerkmale sind daher die handgesponnene Wolle von Schaf und Ziege sowie die daraus entstehende wollige, strukturierte Oberfläche.

Wie ist das Muster gestaltet?

Das Muster ist abstrakt und arbeitet mit großen Farbflächen. Dazu kommen tierische und pflanzliche Motive. Diese Figuren sind im Rahmen der Gabbeh-Tradition stilisiert und nicht als naturalistische Darstellung beschrieben. Die Gestaltung verbindet daher eine ruhige, großzügige Flächenordnung mit vereinfachten Zeichen aus der Tier- und Pflanzenwelt. Der Teppich ist neu und wird als klassischer Gabbeh-Teppich eingeordnet.

Zusätzliche Informationen
}) }) }) }) } }) } })
Gratis-PDF: unser Perserteppich-Lexikon – jetzt holen