Perserteppich Sarough Farahan 261×165 cm Wolle handgeknüpft

Ursprünglicher Preis war: 1846$Aktueller Preis ist: 497$

Handgeknüpfter Sarough Farahan Perserteppich | Knotendichte: ca. 140.000 Knoten/qm | Material: Flor 100% Wolle, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 261×165 cm | Muster: Boteh Jegheh, seltenes Muster und seltene Farbe | Zustand: Gebraucht, repariert, mit minimaler Patina am Rand, professionell gewaschen

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Inventarnummer: 100120000358

Beschreibung

Sarough Farahan Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Sarough Farahan Perserteppich besitzt einen Flor aus 100% Wolle auf einer Kette aus 100% Baumwolle. Die Verbindung von Wollflor und Baumwollkette ist für einen handgeknüpften Perserteppich eine klare, funktionale Materialstruktur: Die Wolle bildet die sichtbare Oberfläche, während die Kette das Grundgerüst für die eingeknüpften Knoten bildet. Baumwolle kann gleichmäßig gespannt werden und unterstützt dadurch eine regelmäßige Anlage der Knüpfreihen. Der Flor aus Wolle bringt eine griffige, textile Oberfläche und lässt die Farben des Musters klar hervortreten.

Die Knotendichte beträgt ca. 140.000 Knoten/qm. Eine solche Dichte erlaubt es, geschwungene Linien, kleine Blattformen und dicht gesetzte florale Einzelheiten differenziert auszuführen. Beim Handknüpfen wird jeder Knoten einzeln in das Grundgewebe eingearbeitet. Reihe für Reihe entsteht so ein textiles Bild, dessen Konturen nicht gedruckt oder maschinell aufgebracht sind. Die Gestaltung des Boteh Jegheh kann dadurch in vielen kleinen Formen und Übergängen in den Flor übersetzt werden.

Die Verarbeitung verbindet damit drei ausdrücklich benannte Merkmale: handgeknüpfte Herstellung, einen Wollflor und eine Baumwollkette. Die angegebene Dichte beschreibt die Feinheit der Knüpfarbeit, ohne etwas über eine nicht genannte genaue Knüpfregion oder eine nicht belegte Herstellungszeit auszusagen. Der Teppich wurde professionell gewaschen; außerdem ist er gebraucht und repariert.

Herkunft und Tradition

Der Teppich wird als persischer Teppich aus der Provinz Markazi eingeordnet. Sarouk, auch Saruq oder Saroogh geschrieben, ist ein relativ kleines Dorf in dieser Provinz. Markazi liegt am nördlichen Ende des zentralwestpersischen Bezirks um Arak. Sarouk ist deutlich kleiner als bedeutende persische Webzentren wie Täbriz im Nordwesten, Mashhad im Nordosten oder Kerman im Süden. Seine Stellung in der Teppichgeschichte erklärt sich daher nicht allein durch die Größe des Ortes, sondern durch seine Lage, seine Erreichbarkeit und die dort vorhandene Tradition des Teppichknüpfens.

Traditionelle Dorfteppiche werden häufig mit einer informelleren Gestaltung, einfacheren geometrischen Motiven und weniger ausgearbeiteten Mustern verbunden als Teppiche aus städtischen Werkstätten. Die Geschichte Sarouks zeigt jedoch, wie sich eine dörfliche Knüpftradition mit einer organisierten Produktion für den internationalen Handel verbinden konnte. Vor dem späten 19. Jahrhundert waren die in Sarouk gewebten Teppiche wahrscheinlich stilistisch näher an den Dorfteppichen aus dem nahe gelegenen Ferahan. Der Sarouk-Name stand damals also nicht zwingend für jene ausgeprägten floralen Stadtteppiche, mit denen er später im Handel verbunden wurde.

Im späten 19. Jahrhundert richteten westliche Exporteure, darunter Ziegler & Company, Webereien in Persien ein und organisierten den Export traditioneller persischer Teppiche an wohlhabende Käufer in Europa. Ihr früher Sitz lag im nordwestlichen Webzentrum Täbriz. Später weiteten sie ihre Tätigkeit nach Süden aus. In dem Ort, der heute Arak heißt und damals Sultanabad genannt wurde, entstand ein weiteres großes Webzentrum. Sarouk lag nur etwa dreißig Meilen nördlich von Sultanabad. Die gute Erreichbarkeit und die bestehende Knüpftradition machten das Dorf für diese Entwicklung besonders geeignet.

Unter der Leitung westlicher Exporteure wurden in Sarouk gut organisierte Werkstätten eingerichtet. Dort entstanden Teppiche mit anspruchsvolleren Entwürfen und einer auf den europäischen Markt ausgerichteten visuellen Wirkung. Der Ferahan-Sarouk entwickelte sich aus dieser Verbindung. Er nahm Stilelemente aus der nahe gelegenen Region Ferahan auf, verband sie mit ästhetischen und technischen Einflüssen aus Täbriz und nutzte zugleich die handwerklichen Fähigkeiten der traditionellen Knüpfer aus Sarouk. So entstand kein rein dörflicher und kein ausschließlich städtischer Stil, sondern eine eigenständige Verbindung verschiedener regionaler Traditionen.

Die Bekanntheit dieser Teppiche wuchs in Europa und Nordamerika. Ferahan-Sarouk und der Hadji Jalili aus Täbriz wurden besonders populär, nachdem vergleichbare Orientteppiche auf den ersten Weltausstellungen für Orientteppiche in Wien und London in den späten 1800er Jahren gezeigt worden waren. Diese Ausstellungen trugen dazu bei, dass Sarouk-Teppiche im westlichen Handel als eigene Stilgruppe wahrgenommen wurden.

Auch der Mohajeran-Sarouk entstand aus dieser Entwicklung. Mohajeran war ein traditionelles Webzentrum in der Nähe von Sarouk. Unter der Leitung westlicher Exporteure wurde auch dieser Ort zu einem Zentrum für neue Varianten des Sarouk, die zunächst nach Europa und später nach Amerika exportiert wurden. Die traditionell in Mohajeran gewebten Teppiche waren im Flor dicker und in ihrer Gestaltung dezentraler als die Teppiche aus Ferahan. Aus der Verbindung dieser lokalen Merkmale mit der neuen, exportorientierten Sarouk-Produktion entwickelte sich der Mohajeran-Sarouk-Stil.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs ist als Boteh Jegheh bezeichnet. Es wird als seltenes Muster und als seltene Farbe beschrieben. Boteh ist eine traditionsreiche, stilisierte Form, die häufig an ein Blatt, einen gebogenen Samen oder eine flammenartige, gekrümmte Gestalt erinnert. Die Bezeichnung Jegheh wird im Teppichhandel für diese charakteristische Boteh-Form verwendet. Entscheidend ist dabei nicht eine naturalistische Darstellung, sondern die rhythmische Wiederholung eines abstrahierten Motivs.

Ein Boteh kann auf einem Teppich einzeln, in Reihen, versetzt oder in einer dicht gegliederten Gesamtkomposition erscheinen. Durch die Ausrichtung der Spitzen, die Größe der Formen und den Abstand zwischen den Motiven entsteht jeweils ein anderer visueller Rhythmus. Kleine Boteh-Figuren können eine regelmäßige Struktur bilden, während größere Formen stärker als eigenständige Ornamente wirken. Die hohe Knotendichte dieses Teppichs bietet grundsätzlich die technische Grundlage, solche Konturen sauber und mit vielen Abstufungen auszuführen.

Die Sarouk-Tradition ist vor allem für geschwungene florale Muster bekannt, wie sie in größeren städtischen Zentren und organisierten Werkstätten entwickelt wurden. Dazu gehören Ranken, Blätter, Blüten und kurvige Linien, die den Bildraum miteinander verbinden können. Das Boteh-Motiv steht innerhalb dieser ornamentalen Welt für eine stärker konzentrierte und klar erkennbare Einzelform. Es kann floral gelesen werden, bleibt aber zugleich eine geometrisch geordnete Abstraktion. Dadurch lässt es sich sowohl in eine gereihte als auch in eine freier wirkende Komposition einfügen.

In der Entwicklung des Ferahan-Sarouk wurden unterschiedliche regionale Einflüsse zusammengeführt. Ferahan brachte eigene dörfliche und regionale Stilelemente ein, Täbriz stand für ausgearbeitete Entwürfe und technische Einflüsse aus einem bedeutenden städtischen Webzentrum, und Sarouk steuerte die lokale Knüpfertradition bei. Diese Verbindung erklärt, warum Sarouk-Muster oft eine feine, kurvige und florale Zeichnung zeigen. Sie erklärt zugleich, weshalb ein Boteh-Jegheh-Muster in einem Sarough-Farahan-Kontext nicht als zufälliges Einzelornament, sondern als Teil einer umfassenden persischen Ornamenttradition verstanden werden kann.

Die Beschreibung als seltenes Muster und seltene Farbe bezieht sich auf die konkrete Kombination, die bei diesem Teppich angegeben ist. Eine bestimmte Farbbezeichnung oder eine genaue Farbanzahl ist nicht überliefert und wird daher nicht ergänzt. Fest steht die Musterbezeichnung Boteh Jegheh sowie die Einordnung in die persische Sarough-Farahan-Tradition. Das Design verbindet damit ein markantes Einzelmotiv mit dem historischen Umfeld der floralen Sarouk-Werkstätten.

Im Unterschied zu einem rein geometrischen Dorfmuster arbeitet die Sarouk-Ästhetik häufig mit Linien, die den Blick durch das gesamte Feld führen. Die Boteh-Form kann in diesem Zusammenhang als wiederkehrender Taktgeber dienen. Ihre gebogene Silhouette bringt Bewegung in die Fläche, während die Wiederholung Ordnung schafft. So entsteht die dekorative Wirkung nicht nur durch einzelne Motive, sondern durch deren Abstand, Richtung und Beziehung zu den übrigen Ornamenten.

Besonderheiten

Zu den besonderen Merkmalen dieses Einzelstücks gehören das Boteh-Jegheh-Muster und die dazu angegebene seltene Farbe. Der Teppich ist gebraucht und repariert. Am Rand zeigt er minimale Patina, wie in der Beschreibung vermerkt und auf den Bildern zu sehen. Diese Hinweise gehören zum Zustand des konkreten Stücks und sollten bei der Betrachtung berücksichtigt werden. Zusätzlich wurde der Teppich professionell gewaschen. Die Reparatur, die minimale Randpatina und die professionelle Wäsche werden damit ebenso klar benannt wie die besondere Muster- und Farbangabe.

Die Bezeichnung Sarough Farahan verweist auf die Verbindung zweier eng miteinander verbundener Stil- und Handelsbegriffe aus der Provinz Markazi. Sarouk steht für das Dorf und seine Knüpftradition, Farahan für die nahe gelegene regionale Tradition, deren Stilelemente in der Entwicklung des Ferahan-Sarouk aufgenommen wurden. Zusammen mit der handgeknüpften Ausführung, dem Wollflor und dem Boteh Jegheh ergibt sich eine klar bestimmbare gestalterische und technische Charakterisierung.

FAQ

Woher stammt der Teppich?

Der Teppich stammt aus Persien und wird der Provinz Markazi zugeordnet. Die Bezeichnung Sarough Farahan verweist auf die Traditionen rund um Sarouk und die nahe gelegene Region Ferahan. Sarouk liegt in Markazi nördlich von Arak, dem früheren Sultanabad. Der Name beschreibt hier die persische Herkunft und die regionale Stiltradition; er ist nicht mit einem anderen Herstellungsland gleichzusetzen.

Welches Muster hat der Teppich?

Das Muster ist Boteh Jegheh. Dabei handelt es sich um ein stilisiertes, gebogenes Boteh-Motiv, das an eine Blatt-, Samen- oder Flammenform erinnern kann. Die konkrete Ausführung wird als seltenes Muster und als seltene Farbe beschrieben. Die Boteh-Form gehört in den weiteren Zusammenhang persischer Ornamentik und lässt sich mit der geschwungenen floralen Gestaltung verbinden, für die Sarouk-Teppiche bekannt sind.

Wie ist der Zustand des Teppichs?

Der Teppich ist gebraucht und repariert. Am Rand befindet sich minimale Patina; die Beschreibung verweist hierzu auf die Bilder. Vor dem Verkauf wurde er professionell gewaschen. Weitere Zustandsmerkmale werden nicht angegeben. Die sichtbare Randpatina und die ausgeführten Reparaturen sind deshalb bei der Beurteilung des konkreten Einzelstücks einzubeziehen.

Zusätzliche Informationen
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