Perserteppich Sarough ca. 320x230cm Wolle handgeknüpft

Ursprünglicher Preis war: 3444$Aktueller Preis ist: 1101$

Handgeknüpfter Sarough Perserteppich | Knotendichte: ca. 120.000 Knoten/qm | Material: Flor 100% Wolle, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 320x230cm | Muster: Sarough Farahan Medaillon | Zustand: TOP ZUSTAND, professionell gewaschen

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Inventarnummer: 100120000377

Beschreibung

Sarough Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Sarough Perserteppich hat einen Flor aus 100% Wolle auf einer Kette aus 100% Baumwolle. Die Materialangabe unterscheidet damit klar zwischen dem sichtbaren Flor und dem tragenden Kettmaterial. Als handgeknüpfter Teppich gehört er zu einer traditionellen Herstellungsform persischer Teppiche, bei der die Florfäden Knoten für Knoten in die vorbereitete Kette eingearbeitet werden. Die angegebene Knotendichte beträgt ca. 120.000 Knoten pro Quadratmeter.

Die handgeknüpfte Ausführung steht für einen Aufbau, der nicht durch maschinelles Einlegen eines fertigen Teppichflors entsteht. Jeder Knoten wird in den Arbeitsablauf der Webkonstruktion eingebunden. Dadurch werden Muster, Konturen und Farbflächen direkt während des Knüpfens aufgebaut. Bei einem Sarough mit Medaillonmuster ist diese Arbeitsweise besonders relevant, weil das zentrale Motiv, die seitlichen Partien und die floralen Linien aufeinander abgestimmt werden müssen.

Der Flor aus Wolle und die Kette aus Baumwolle sind die beiden ausdrücklich genannten Bestandteile dieses Teppichs. Weitere Materialangaben liegen nicht vor und werden daher nicht ergänzt. Ebenso wird keine abweichende Knotentechnik behauptet. Festgehalten werden die handgeknüpfte Herstellung, die genannte Knotendichte und die Kombination aus Wollflor und Baumwollkette.

Herkunft und Tradition

Der Teppich stammt aus Persien, aus der Provinz Markazi und aus dem Umfeld von Sarough. Sarough, auch Saruq oder Saroogh geschrieben, liegt im zentralwestlichen Teil Persiens am nördlichen Ende der Region um Arak. Das Dorf ist vergleichsweise klein und war dennoch über lange Zeit mit der persischen Teppichweberei verbunden. Seine Bedeutung ergibt sich nicht aus der Größe des Ortes, sondern aus der Verbindung von lokaler Knüpftradition, guter Erreichbarkeit und der Entwicklung eines charakteristischen Stadtteppichstils.

In der allgemeinen Geschichte persischer Teppiche werden Dorf- und Stadtproduktionen häufig voneinander unterschieden. Dorfteppiche sind traditionell oft unmittelbarer und einfacher in der Gestaltung. Ihre Muster können stärker geometrisch geprägt sein und weniger formal ausgearbeitet erscheinen. Stadtteppiche werden dagegen häufig in organisierten Werkstätten hergestellt, in denen Entwürfe, Arbeitsabläufe und die Ausführung komplexer floraler Kompositionen genauer koordiniert werden. Sarough nahm innerhalb dieser Entwicklung eine besondere Stellung ein, weil sich dort dörfliche Herkunft und organisierte Produktion miteinander verbanden.

Vor dem späten 19. Jahrhundert lagen die in Sarough geknüpften Teppiche wahrscheinlich stilistisch näher an den Teppichen des benachbarten Ferahan. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts richteten westliche Exporteure, darunter Ziegler & Company, Werkstätten in Persien ein. Sie begannen, traditionelle persische Teppiche in größerem Umfang für wohlhabende Käufer in Europa auszuführen. Ausgangspunkt dieser Aktivitäten war zunächst Tabriz. Später dehnten die Exporteure ihre Arbeit nach Süden aus und bauten im damaligen Sultanabad, dem heutigen Arak, ein weiteres bedeutendes Webzentrum auf.

Sarough lag nur etwa dreißig Meilen nördlich von Sultanabad. Die Nähe zu diesem Zentrum, die gute Erreichbarkeit und die örtliche Erfahrung im Teppichknüpfen machten das Dorf für die neue Exportproduktion interessant. Unter der Leitung westlicher Exporteure entstanden organisierte Werkstätten, in denen anspruchsvollere Entwürfe für den europäischen Markt umgesetzt wurden. So entwickelte sich aus einem traditionellen Webort ein Herkunftsname, der im Teppichhandel mit fein ausgearbeiteten floralen Stadtteppichen verbunden wurde.

Der Stil Ferahan-Sarough entstand aus mehreren Einflüssen. Er verband Elemente der nahe gelegenen Webregion Ferahan mit ästhetischen und technischen Anregungen aus Tabriz sowie mit dem handwerklichen Können der Knüpfer aus Sarough. Diese Verbindung wurde durch die exportorientierte Organisation der Werkstätten gefördert. Ferahan-Sarough-Teppiche stehen deshalb für eine regionale Tradition, die nicht isoliert blieb, sondern sich durch Handel, Werkstattstrukturen und internationale Nachfrage weiterentwickelte.

Auch die Geschichte des Mohajeran-Sarough gehört zu diesem Umfeld. Mohajeran war ein weiteres traditionelles Webzentrum in der Nähe von Sarough. Unter westlicher Leitung entstanden dort Varianten des älteren Sarough-Stils für den Export nach Europa und später nach Amerika. Traditionelle Mohajeran-Teppiche hatten typischerweise einen höheren Flor und eine dezentralere Gestaltung als Ferahan-Teppiche. Aus der Verbindung dieser örtlichen Tradition mit der neuen Sarough-Produktion entwickelte sich der Mohajeran-Sarough-Stil.

Die Bekanntheit dieser persischen Teppiche nahm in Europa und Nordamerika besonders zu, nachdem Ferahan-Sarough und Hadji Jalili aus Tabriz bei frühen Weltausstellungen für Orientteppiche in Wien und London gegen Ende des 19. Jahrhunderts gezeigt worden waren. Die Geschichte von Sarough ist damit ein Beispiel dafür, wie eine kleine lokale Webgemeinde durch Werkstattorganisation, regionale Einflüsse und den internationalen Handel eine weitreichende stilistische Bedeutung erlangte.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs ist als Sarough Farahan Medaillon bezeichnet. Ein Medaillon ordnet die Komposition um ein zentrales, klar hervorgehobenes Motiv. Von diesem Mittelpunkt aus werden die umliegenden Flächen und die Rahmung aufeinander bezogen. Bei Sarough-Farahan-Kompositionen bildet das zentrale Medaillon häufig den ruhenden Schwerpunkt, während florale Linien und gegliederte Nebenmotive die übrige Fläche strukturieren.

Die florale Formensprache ist ein kennzeichnendes Merkmal der Sarough-Tradition. Geschwungene Linien, Blüten, Ranken und Blattmotive werden so angeordnet, dass sie eine dichte, zusammenhängende Zeichnung ergeben. Anders als bei einer rein geometrischen Dorfkomposition entsteht der Eindruck einer sorgfältig geplanten, kurvigen Ornamentik. Die einzelnen Motive bleiben dabei in ein übergeordnetes Verhältnis aus Zentrum, Feld und Bordüre eingebunden.

Der Farahan-Sarough-Stil bevorzugt traditionell zentrale Medaillons und kunstvoll gegliederte florale Motive. Seine Gestaltung verbindet die lokale Sarough-Knüpftradition mit Einflüssen aus Ferahan und Tabriz. Tabriz war ein bedeutendes Webzentrum im Nordwesten Persiens und brachte eigene ästhetische und technische Impulse in den Austausch ein. Ferahan wiederum liegt näher an Sarough und steht für eine regionale Grundlage, aus der sich der Ferahan-Sarough-Stil weiterentwickelte.

Die kurvige Zeichnung ist nicht nur eine dekorative Ergänzung, sondern bestimmt den gesamten Charakter der Musterordnung. Ranken können das Medaillon begleiten, Blütenmotive können die Zwischenräume füllen und kleinere Blätter können Übergänge zwischen den größeren Formen herstellen. Durch solche Abstufungen wird vermieden, dass das zentrale Motiv isoliert wirkt. Gleichzeitig bleibt die Mitte als ordnendes Element der Komposition erkennbar.

Historisch wurden Sarough-Teppiche wegen ihrer anspruchsvollen floralen Entwürfe mit den organisierten Werkstätten größerer Zentren in Verbindung gebracht. Das erklärt den Unterschied zwischen dem kleinen Herkunftsort und dem formal ausgearbeiteten Musterbild. Ein Herkunftsort muss nicht selbst die Größe eines überregionalen Zentrums besitzen, um eine eigene, im Handel erkennbare Mustersprache auszubilden. Sarough zeigt, wie örtliche Fertigkeit und überregionale Entwurfsimpulse zusammenwirken können.

Die Entwicklung der exportorientierten Sarough-Produktion beeinflusste auch die Auswahl und Ausarbeitung der Muster. Westliche Exporteure bestellten Teppiche, deren Designs und visuelle Wirkung für Kunden in Europa geeignet waren. Daraus entstand kein beliebiger Stil, sondern eine Weiterentwicklung bereits vorhandener regionaler Traditionen. Die Bezeichnung Sarough Farahan Medaillon verweist deshalb zugleich auf den Herkunftskontext, die Stilfamilie und die zentrale Kompositionsform.

In der überlieferten Beschreibung des Ferahan-Sarough werden außerdem eine enge Webart, ein kurzer Flor, feine weiche Wolle sowie eine Vorliebe für zentrale Medaillons und florale Gliederung genannt. Als typische Farbkombination werden tiefes Rot und dunkles Blau beschrieben. Diese Angaben erläutern die Tradition des Stiltyps und werden nicht als zusätzliche Einzelangaben zu diesem Teppich ausgegeben. Für dieses Stück ist das Muster ausdrücklich als Sarough Farahan Medaillon bezeichnet.

Besonderheiten

Als Zustand ist TOP ZUSTAND angegeben. Der Teppich wurde professionell gewaschen. Diese Information beschreibt den dokumentierten Pflegezustand und die ausgeführte Reinigung. Eine weitergehende Aussage zu einzelnen Gebrauchsspuren, Reparaturen, Restaurierungen oder zum Alter wird nicht ergänzt, weil dazu keine konkreten Angaben vorliegen.

Eine besondere Eigenschaft dieses Stücks ist die Verbindung mehrerer klar benannter Kennzeichen: persische Herkunft aus der Provinz Markazi und aus Sarough, handgeknüpfte Herstellung, Wollflor auf Baumwollkette, eine Knotendichte von ca. 120.000 Knoten pro Quadratmeter sowie das Sarough-Farahan-Medaillon. Diese Merkmale beschreiben den Teppich sachlich, ohne ihm zusätzliche Provenienz oder nicht belegte Herstellungsdetails zuzuschreiben.

Die Bezeichnung Farahan-Sarough verweist auf eine Stilentwicklung, in der lokale Sarough-Tradition, regionale Einflüsse aus Ferahan und Anregungen aus Tabriz zusammenkamen. Das macht die Musterbezeichnung kulturgeschichtlich aussagekräftig. Sie ersetzt jedoch keine zusätzliche Aussage über eine Signatur, ein exaktes Herstellungsjahr oder einen bestimmten Werkstattmeister. Solche Angaben sind für dieses Stück nicht genannt.

FAQ

Woher stammt der Sarough Perserteppich?

Der Teppich stammt aus Persien, aus der Provinz Markazi und aus Sarough. Sarough liegt im zentralwestlichen Teil Persiens nördlich von Arak, dem früheren Sultanabad. Der Ort war traditionell mit der Teppichweberei verbunden und entwickelte sich im 19. Jahrhundert zu einem wichtigen Herkunftsort für floral gestaltete persische Teppiche. Die Nähe zu Sultanabad, die gute Erreichbarkeit und die vorhandene Knüpfertradition unterstützten die Einrichtung organisierter Werkstätten. Die Herkunftsangabe bezeichnet daher Sarough in der Provinz Markazi und nicht Tabriz, Ferahan oder eine andere Region.

Was bedeutet das Muster Sarough Farahan Medaillon?

Die Bezeichnung beschreibt eine Sarough-Farahan-Komposition mit zentralem Medaillon. Das Medaillon bildet den Mittelpunkt des Teppichfeldes. Florale, geschwungene und gegliederte Motive ordnen sich um dieses Zentrum und verbinden es mit den umgebenden Flächen. Der Stil entwickelte sich aus der Sarough-Tradition und nahm zugleich Einflüsse aus dem nahen Ferahan sowie aus Tabriz auf. Farahan-Sarough-Teppiche sind in der Stilgeschichte für kunstvoll gegliederte florale Zeichnungen bekannt. Bei diesem Stück ist das Muster ausdrücklich als Sarough Farahan Medaillon angegeben.

Aus welchen Materialien besteht der Teppich?

Der Flor besteht aus 100% Wolle. Die Kette besteht aus 100% Baumwolle. Der Teppich ist handgeknüpft und hat eine Knotendichte von ca. 120.000 Knoten pro Quadratmeter. Diese Angaben beschreiben die genannten Materialien, die Herstellungsart und die Dichte der Knüpfung. Zur Pflege ist außerdem festgehalten, dass sich der Teppich in TOP ZUSTAND befindet und professionell gewaschen wurde. Weitere Materialschichten, Farbstoffe oder besondere Behandlungen werden nicht genannt.

Zusätzliche Informationen
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