Perserteppich Nain ca. 290×210 cm handgeknüpft (Verkauft)

Ursprünglicher Preis war: 4260$Aktueller Preis ist: 2130$

Handgeknüpfter Nain Perserteppich | Knotendichte: 9la (9 Garnschichten), ca. 300.000-360.000 Knoten/qm | Material: Flor 97% Schurwolle 3% Seide, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 290×210 cm | Muster: Lachak-Toranj Nain-Medaillon | Zustand: Sehr gut, gewaschen

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Inventarnummer: 100120000297

Beschreibung

Nain Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Nain Perserteppich ist handgeknüpft und besitzt einen Flor aus 97% Schurwolle und 3% Seide. Die Kette besteht aus 100% Baumwolle. Die Kombination aus Schurwolle und einem Seidenanteil verbindet die für Nain typische textile Grundlage mit einer feineren Akzentuierung innerhalb des Flors. Baumwolle bildet dabei die Kette, auf der die einzelnen Knoten aufgebaut werden. Das Ergebnis ist eine klar aufgebaute, dicht gearbeitete Teppichstruktur.

Die Bezeichnung 9la steht bei Nain für neun Garnschichten und verweist auf eine feine, sorgfältige Ausführung. Bei handgeknüpften Nain-Teppichen wird jeder Knoten einzeln in die Kette eingearbeitet. Anschließend wird die Knüpfung Reihe für Reihe verdichtet und der Flor gleichmäßig geschnitten. Diese Arbeitsweise verlangt Erfahrung, eine ruhige Hand und eine genaue Kontrolle von Zeichnung, Knotung und Florhöhe.

Nain-Teppiche werden traditionell mit einem glatten, gut geschnittenen Flor verbunden. Wolle eignet sich für eine belastbare und zugleich angenehm strukturierte Oberfläche, während Seide im Flor für feinere Konturen und eine differenzierte Wirkung eingesetzt wird. Die Baumwollkette unterstützt die regelmäßige Konstruktion des Teppichs. Bei diesem Stück ist die Verarbeitung als handgeknüpfter Teppich mit der genannten Materialzusammensetzung und der Ausführung 9la dokumentiert.

Der Teppich ist gewaschen und befindet sich in sehr gutem Zustand. Die Wäsche gehört zu den angegebenen Eigenschaften dieses Einzelstücks. Sie verändert nicht die Herkunft, das Muster oder die handwerkliche Konstruktion, sondern beschreibt den überlieferten Pflegezustand. Als Unikat besitzt dieser Teppich seine eigene Verbindung aus Material, Knüpfung, Zeichnung und Erhaltungsbild.

Herkunft und Tradition

Nain liegt in der Provinz Isfahan im zentralen Iran und ist als Herkunftsort feiner persischer Teppiche bekannt. Die Stadt befindet sich in einer trockenen Hochlandlandschaft, deren klimatische Bedingungen und traditionelle Lebensweise die lokale Handwerkskultur geprägt haben. Nain wird auch Naeen genannt. Der Name steht in der Teppichkunde für eine eigenständige persische Knüpftradition, die sich durch feine Ausführung, kontrollierte Zeichnung und eine ruhige, formelle Gesamtwirkung auszeichnet.

Die Teppichproduktion in Nain ist im Vergleich zu den sehr alten Zentren Persiens jünger. Die Stadt verfügte jedoch schon zuvor über ausgeprägte Kenntnisse in der Verarbeitung von Wolle und in der Herstellung hochwertiger Textilien. Über viele Generationen wurden dort Wolltücher für religiöse und weltliche Kleidung sowie feine Wollmäntel gefertigt. Als sich die Nachfrage nach traditioneller Kleidung veränderte, konnten die vorhandenen Kenntnisse in der Textilarbeit auf die Herstellung handgeknüpfter Teppiche übertragen werden.

Bei dieser Entwicklung spielte die Nähe zu Isfahan eine wichtige Rolle. Isfahan gehört zu den bedeutenden historischen Zentren persischer Kunst und Teppichherstellung. Nain übernahm daraus Anregungen für die Gestaltung und die sorgfältige Ausführung, entwickelte aber zugleich eine eigene Formensprache. Die Nain-Tradition wird deshalb häufig in Verbindung mit Isfahan genannt, ohne mit ihr gleichgesetzt zu werden. Charakteristisch ist die Verbindung aus feiner Knüpfung, ausgewogener Ornamentik und einer kontrollierten Farbwirkung.

Die Nain-Knüpferei ist für asymmetrische persische Knoten bekannt. Flor aus Wolle und Kettfäden aus Baumwolle gehören zu den typischen konstruktiven Merkmalen. Bei feineren Qualitäten kann besonders hochwertige Schafwolle, die als Kork bezeichnet wird, für den Flor verwendet werden. Seide wird eingesetzt, um Blumen, Arabesken oder andere Konturen präziser hervorzuheben. Auch Seidenketten kommen bei bestimmten Nain-Teppichen vor. Die konkrete Kette dieses Teppichs besteht aus Baumwolle.

Die Tradition der Nain-Teppiche beruht damit auf der Übertragung eines älteren Textilhandwerks in die Teppichknüpferei. Die Weber verbinden eine feine technische Ausführung mit einer deutlich gegliederten Zeichnung. Ein Nain wird nicht allein durch seine Herkunft, sondern durch das Zusammenspiel aus Knotenart, Flor, Kette, Ornament und Farbkonzept erkennbar. Dieses Stück stammt aus der Stadt Nain und gehört zu dieser persischen Handwerkstradition.

Die Geschichte der Region umfasst außerdem eine alte Siedlungskultur der zentraliranischen Hochebene. Historische Bauwerke und überlieferte Formen des Wüstenlebens gehören zum kulturellen Umfeld der Stadt. Für die Teppichherstellung ist besonders wichtig, dass Nain seine textilen Fähigkeiten bewahren und in einer neuen handwerklichen Ausrichtung weiterführen konnte. So entstand der Ruf Nains als Zentrum fein gearbeiteter Perserteppiche.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs wird als Lachak-Toranj Nain-Medaillon bezeichnet. Toranj ist die persische Bezeichnung für ein Medaillon. Lachak verweist auf die Eckgestaltung, die das zentrale Ornament aufnimmt und mit ihm in Beziehung setzt. Ein solches Entwurfssystem ordnet die Fläche klar: Im Mittelpunkt steht das Medaillon, während die Ecken und das umgebende Feld die Komposition ausbalancieren.

Das Medaillon ist ein wichtiges Gestaltungselement der persischen Teppichkunst. Es kann rund, oval, länglich oder stärker ausgeschweift gestaltet sein und dient als optischer Mittelpunkt des Innenfeldes. Bei Nain wird das Medaillon häufig mit feinen floralen Linien, geschwungenen Blättern und Arabesken verbunden. Die Ornamentik wirkt dadurch geordnet und detailreich, ohne dass die zentrale Struktur verloren geht.

Die Lachak-Toranj-Anordnung gehört zu den Kompositionen, bei denen Zentrum und Ecken gemeinsam gelesen werden. Die Eckmotive greifen Formen des Medaillons auf oder antworten mit verwandten Blüten- und Rankenmotiven. Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen der Mitte und dem Rand des Innenfeldes. Die Zeichnung erhält eine gerichtete Ordnung, bleibt aber durch die geschwungenen Linien und floralen Details in Bewegung.

Für Nain-Teppiche sind formelle Entwürfe mit einer klaren Mittelachse und einer fein differenzierten Ornamentik typisch. Häufig erscheinen Blumen, Ranken, Blätter und arabeske Linien in einer sorgfältig abgestimmten Wiederholung. Die Muster werden präzise geknüpft, damit schmale Konturen und kleine Details erkennbar bleiben. Die Wirkung entsteht aus der Gesamtordnung und aus der Vielzahl kleiner handwerklicher Entscheidungen innerhalb des Entwurfs.

In der Nain-Tradition werden oft helle, zurückhaltende Grundflächen mit Blau- und anderen kühlen Farbakzenten verbunden. Auch Beige, Elfenbein, Marineblau, Babyblau, Grün und Bordeauxrot gehören zum überlieferten Farbspektrum der Region. Diese allgemeinen Farbtraditionen beschreiben die Nain-Ästhetik; die konkrete Musterbezeichnung dieses Teppichs ist das Lachak-Toranj Nain-Medaillon. Entscheidend ist hier die medaillonbetonte Komposition mit ihrer Verbindung von Zentrum und Ecken.

Die feine Knüpfung unterstützt die Lesbarkeit des Musters. Kleine Blütenformen, schmale Ranken und geschwungene Arabesken können in einer dichten Knüpfstruktur differenziert dargestellt werden. Ein gleichmäßig geschnittener Flor lässt die Konturen ruhig erscheinen und erleichtert den Blick auf die Gliederung des Entwurfs. Auf diese Weise stehen bei Nain nicht zufällige Unregelmäßigkeiten, sondern eine bewusst kontrollierte Zeichnung im Vordergrund.

Das Design verbindet somit ein klassisches persisches Medaillonprinzip mit der spezifischen Formensprache von Nain. Die Komposition ist repräsentativ und geordnet, während die floralen Details für die textile Feinheit sorgen. Der Teppich lässt sich dadurch eindeutig als Nain mit Lachak-Toranj-Medaillon beschreiben, ohne dass die Musterbezeichnung mit einem anderen Herkunftsort verwechselt werden sollte.

Besonderheiten

Zu den dokumentierten Besonderheiten dieses Einzelstücks gehören die Herkunft aus der Stadt Nain, die Ausführung 9la mit neun Garnschichten, die angegebene Knotendichte und der Materialaufbau aus Schurwolle, Seide und Baumwolle. Das Muster ist als Lachak-Toranj Nain-Medaillon bezeichnet. Diese Merkmale bilden gemeinsam die sachliche Beschreibung des Teppichs.

Der Teppich wurde gewaschen und ist in sehr gutem Zustand. Die handgeknüpfte Ausführung macht jedes Exemplar zu einem Einzelstück, da Musterverlauf, Farbnuancen und kleine textile Eigenheiten nicht vollständig wiederholbar sind. Die Kombination aus feinem Nain-Entwurf, dichter Knüpfung und dem genannten Materialaufbau steht für die technische Tradition dieses Herkunftsortes.

FAQ

Woher stammt dieser Perserteppich?

Dieser Teppich stammt aus der Stadt Nain in Persien, im heutigen Iran. Nain liegt in der Provinz Isfahan und ist für fein gearbeitete persische Teppiche mit klarer Ornamentik und sorgfältiger Knüpfung bekannt. Die Herkunft Nain ist nicht nur eine Musterbezeichnung, sondern bezeichnet bei diesem Stück den angegebenen Herstellungsort. Typisch für die Region sind asymmetrische persische Knoten, Baumwollketten sowie Flor aus Wolle und bei feineren Ausführungen ergänzend Seide. Dieses Exemplar ist als Nain mit einem Lachak-Toranj-Medaillon beschrieben.

Was bedeutet 9la bei einem Nain-Teppich?

9la bezeichnet bei diesem Nain die Ausführung mit neun Garnschichten. Im Nain-Handwerk werden solche Angaben verwendet, um die Feinheit der Garn- und Knüpfstruktur zu kennzeichnen. Eine feinere Konstruktion ermöglicht eine detaillierte Darstellung von Medaillons, Blüten, Ranken und Arabesken. Die angegebene Knotendichte ergänzt diese Bezeichnung. Bei diesem Teppich treffen die 9la-Ausführung, die handgeknüpfte Herstellung und der Flor aus Schurwolle mit Seidenanteil aufeinander. Die Kette besteht aus Baumwolle.

In welchem Zustand befindet sich der Teppich?

Der Teppich ist in sehr gutem Zustand und wurde gewaschen. Die Wäsche ist als Eigenschaft dieses Stücks ausdrücklich angegeben. Bei einem handgeknüpften Teppich beschreibt der Zustand das erhaltene Gesamtbild von Flor, Farben, Knüpfung und Oberfläche. Die Angabe sehr gut macht keine Aussage über ein bestimmtes Alter oder eine frühere Nutzung, da dazu keine weiteren Informationen vorliegen. Fest steht, dass dieses Nain-Stück gewaschen ist und mit seinem Lachak-Toranj-Medaillon sowie der dokumentierten Material- und Knüpfstruktur angeboten wird.

Zusätzliche Informationen
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