Perserteppich Fars 285 x 155 cm Wolle handgewebt

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Handgewebter Fars Perserteppich | Material: Wolle | Größe: 285 x 155 cm | Muster: Vorder- und Rückseite identisch | Zustand: Sehr gut

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Inventarnummer: 4F29C77F

Beschreibung

Fars Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Kelim aus Fars ist aus handgewebter Wolle gefertigt. Als Kelim gehört er zu den flach gewebten Teppichen und besitzt keinen Flor. Die Herstellung unterscheidet sich damit grundsätzlich von der eines geknüpften Teppichs: Nicht einzelne Knoten bilden eine hochstehende Oberfläche, sondern die Schussfäden werden in die Kette eingearbeitet und verdichten das Gewebe zu einer flachen Fläche. Die handgewebte Ausführung macht die Webstruktur als Teil der Gestaltung erkennbar.

Wolle ist ein traditionelles Material der orientalischen Teppichherstellung. Sie lässt sich verspinnen, färben und zu einem stabilen Gewebe verarbeiten. Bei einem Kelim entsteht aus diesen Eigenschaften eine textile Oberfläche, deren Wirkung stärker von der Webtechnik, der Farbverteilung und dem Wechsel der Musterflächen geprägt wird als von einem Flor. Die Bezeichnung als handgewebt beschreibt die Technik dieses Stücks; eine maschinelle Fertigung wird damit nicht angegeben.

Die Vorder- und Rückseite zeigen identische Muster. Diese beidseitige Gleichheit ist bei einem flach gewebten Kelim ein wesentliches Merkmal der Ausführung. Sie entsteht dadurch, dass das Muster im Gewebe selbst angelegt wird und nicht nur auf einer aufstehenden Florseite erscheint. Das Stück ist als Kelim ohne Flor und aus handgewebter Wolle beschrieben. Weitere Angaben zu Kette, Garnstärke, Färbemitteln oder zur Anzahl der Webgänge liegen nicht vor und werden daher nicht ergänzt.

Flachweben und Handknüpfen sind unterschiedliche Techniken. Beim Knüpfen entsteht eine Florfläche aus einzelnen Knoten, während beim Weben die Kette und der Schuss gemeinsam das textile Grundgefüge bilden. Diese technische Unterscheidung erklärt die flache Oberfläche von Kelims und ihre oft klare grafische Wirkung. Die konkrete Ausführung dieses Stücks ist handgewebt; eine Knotendichte ist nicht angegeben und wird daher nicht behauptet.

Herkunft und Tradition

Fars liegt im Süden des Iran und zählt zu den wichtigen Landschaften der persischen Textil- und Teppichkultur. Die Region ist historisch mit unterschiedlichen nomadischen, ländlichen und sesshaften Gemeinschaften verbunden. Ihre Webtraditionen entwickelten sich nicht in nur einer einzigen Werkstatt, sondern in verschiedenen sozialen und geografischen Zusammenhängen. Dadurch umfasst die Bezeichnung Fars eine breite textile Kultur mit unterschiedlichen Ausdrucksformen.

In den nomadisch geprägten Gebieten des südlichen Iran wurden flach gewebte Textilien traditionell für den täglichen Gebrauch hergestellt. Kelims konnten als Bodenbelag, Decke, Trennwand oder Aufbewahrungstextil dienen. Ihre vergleichsweise flache Konstruktion erleichterte das Weben auf transportablen Webstühlen. Bei wandernden Weberinnen und Webern musste die Arbeit häufig in Abschnitten entstehen können, weil der Webstuhl nicht dauerhaft an einem Ort blieb. Diese praktische Voraussetzung beeinflusste Format, Aufbau und Arbeitsweise der Gewebe.

Die persische Webkunst verbindet dabei Gebrauch und Gestaltung. Ein Kelim war nicht bloß ein zweckmäßiger Gegenstand, sondern konnte zugleich die Herkunft, die überlieferte Bildsprache und die handwerkliche Erfahrung seiner Herstellerinnen sichtbar machen. Muster wurden innerhalb von Gemeinschaften weitergegeben, verändert und an die verfügbaren Materialien angepasst. Regionale Eigenheiten zeigen sich deshalb oft in der Auswahl der Farben, in der Anordnung von Feldern und Bordüren sowie in der Art, wie geometrische Formen ineinandergreifen.

Fars ist außerdem ein kulturell vielfältiger Raum. Neben nomadischen Gruppen prägten Dörfer und Städte die dortige Produktion. Diese verschiedenen Lebensformen brachten jeweils eigene textile Gewohnheiten hervor. Bei ländlichen und nomadischen Kelims steht häufig die klare Wirkung der Webstruktur im Vordergrund, während andere persische Teppichtraditionen stärker durch eine geknüpfte Floroberfläche und sehr feine Zeichnung bestimmt werden. Ein Kelim aus Fars ist deshalb in erster Linie im Zusammenhang mit der flach gewebten Tradition der Region zu verstehen.

Die Herkunftsbezeichnung Fars verweist auf den iranischen Ursprung dieses Teppichs, nicht auf eine bestimmte einzelne Werkstatt. Wie bei vielen regionalen Webtraditionen können sich Formen und Farben zwischen verschiedenen Orten innerhalb der Landschaft unterscheiden. Die Weitergabe des Wissens erfolgte vielfach über praktische Unterweisung und über das eigene Arbeiten am Webstuhl. So blieb die Technik an Material, Alltag und örtliche Gestaltungsvorstellungen gebunden.

Die Geschichte iranischer Kelims steht neben der Geschichte geknüpfter Perserteppiche, ist aber nicht mit ihr gleichzusetzen. Beide Formen verwenden textile Materialien und können regionale Ornamentik aufnehmen, doch ihre Herstellungsweisen unterscheiden sich. Beim Kelim wird das Muster während des Webens aufgebaut. Dadurch kann die Konstruktion selbst von einer Generation an die nächste weitergegeben werden, ohne dass ein identischer Werkstattplan notwendig ist.

Design und Muster

Das konkrete Stück ist durch ein auf Vorder- und Rückseite identisches Muster gekennzeichnet. Bei einem Kelim wird die Zeichnung nicht auf einen Flor aufgesetzt, sondern durch die Anordnung der farbigen Schussbereiche innerhalb des Gewebes erzeugt. Dadurch stehen Linien, Flächen und Farbwechsel in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Aufbau des Textils. Die Musterwirkung entsteht aus dem Wechsel von gewebten Partien und den Konturen der einzelnen Formen.

Die Gestaltung von Kelims aus Fars wird häufig von geometrischen Prinzipien geprägt. Rauten, Zickzacklinien, gestufte Konturen, Bänder und wiederkehrende Felder gehören zu den grundlegenden Formen, die in der flach gewebten persischen Tradition vorkommen können. Diese Aufzählung beschreibt die regionale Bildsprache und nicht eine zusätzliche Behauptung über das konkrete Muster dieses Stücks. Fest steht für dieses Exemplar die identische Gestaltung auf beiden Seiten.

Geometrische Muster entstehen beim Weben nicht wie eine frei gezeichnete Linie auf Papier. Die Formen werden schrittweise aus einzelnen Webabschnitten aufgebaut. Diagonalen können dadurch eine treppenartige Kontur erhalten, während Flächen aus klar voneinander abgegrenzten Farbbereichen bestehen. Diese konstruktive Entstehung verleiht Kelims ihre charakteristische, textile Zeichnung. Je nach Tradition können die Muster dicht gegliedert oder großzügig zwischen größeren Feldern verteilt sein.

In der persischen und iranischen Ornamentik haben geometrische Motive oft eine lange Überlieferung. Rauten und Hakenformen können als abstrahierte Pflanzen, Tiere oder Schutzzeichen gelesen werden; zugleich funktionieren sie als reine Ordnungselemente innerhalb einer Bordüre oder eines Mittelfeldes. Eine verbindliche Einzelbedeutung lässt sich bei einem regionalen Kelim jedoch nicht aus jedem Zeichen ableiten. Die Wirkung des Musters ergibt sich aus dem gesamten Zusammenspiel von Wiederholung, Rhythmus, Fläche und Farbe.

Bordüren strukturieren bei vielen Kelims den Übergang zwischen Mitte und Rand. Sie können aus fortlaufenden Streifen, gereihten Formen oder verschachtelten geometrischen Elementen bestehen. Ein Mittelfeld wiederum kann ein einzelnes großes Motiv, mehrere kleinere Formen oder eine regelmäßige Wiederholung aufnehmen. Welche dieser Möglichkeiten bei einem bestimmten Stück vorliegt, muss am jeweiligen Gewebe abgelesen werden. Für dieses Stück ist als Besonderheit die beidseitige Identität des Musters festgehalten.

Die Farbwirkung eines Kelims entsteht aus den eingefärbten Garnen und ihrer Verteilung im Gewebe. Traditionell wurden in den iranischen Webregionen sowohl pflanzliche als auch später synthetische Farbstoffe verwendet. Die Auswahl und Verarbeitung der Farben veränderte sich je nach Zeit, Ort und Zugang zu Rohstoffen. Da für dieses Stück keine Farbstoffe oder konkreten Farbtöne angegeben sind, werden hierzu keine individuellen Aussagen gemacht. Allgemein bleibt die Farbe bei einem flach gewebten Textil eng mit der Lesbarkeit der geometrischen Flächen verbunden.

Auch Wiederholung ist ein wichtiges Gestaltungsmittel. Ein einzelnes Motiv kann durch regelmäßige Reihung zu einem fortlaufenden Muster werden. Wechselnde Größen und Richtungen erzeugen Rhythmus, während ruhige Flächen die stärker gegliederten Bereiche voneinander absetzen können. Solche Prinzipien gehören zur allgemeinen Sprache iranischer Flachgewebe. Sie werden hier als Hintergrund der Textilart beschrieben, nicht als zusätzliche Beschreibung der nicht näher bezeichneten Einzelmotive dieses Kelims.

Besonderheiten

Die wichtigste Besonderheit dieses Stücks ist seine beidseitige Verwendbarkeit im Hinblick auf das Muster: Vorder- und Rückseite sind identisch beschrieben. Das unterscheidet den Kelim von vielen Teppichen, bei denen nur die Florseite als gestaltete Sichtfläche betrachtet wird. Zusammen mit der Ausführung ohne Flor und der handgewebten Wolle verweist dieses Merkmal unmittelbar auf die flach gewebte Kelimtechnik.

Als Zustand ist sehr gut angegeben. Diese Zustandsbeschreibung gehört zur konkreten Ware. Eine Aussage über Alter, Gebrauchsdauer, Restaurierungen oder die genaue Erhaltung einzelner Kanten und Abschlüsse ist damit nicht verbunden, weil hierzu keine zusätzlichen Angaben vorliegen. Ebenso werden keine Aussagen über eine Signatur, eine bestimmte Werkstatt oder eine besondere Färbung ergänzt.

Die Herkunft Fars, die iranische Herstellung, die handgewebte Wolle und die identische Musterung auf beiden Seiten bilden zusammen die sachlichen Kennzeichen dieses Orientteppichs. Er wird als Perserteppich eingeordnet, weil Fars im Iran liegt, während seine Technik die eines handgewebten Kelims ist.

FAQ

Was ist ein Kelim?

Ein Kelim ist ein flach gewebtes Textil ohne Flor. Seine Muster entstehen beim Weben durch die Verbindung von Kette und Schuss und nicht durch das Einknüpfen einzelner Knoten. Dadurch unterscheidet sich ein Kelim von einem klassischen Florteppich. Die Oberfläche bleibt flach, während die farbigen Bereiche direkt in die Struktur des Gewebes eingebunden sind. Bei diesem Stück kommt hinzu, dass die Muster auf Vorder- und Rückseite identisch sind.

Was bedeutet die Herkunftsangabe Fars?

Fars bezeichnet eine Region im Süden des Iran mit einer vielfältigen Tradition der Textil- und Teppichherstellung. Dort entwickelten nomadische, dörfliche und sesshafte Gemeinschaften unterschiedliche Formen des Webens. Die Angabe Fars beschreibt den regionalen Ursprung dieses Kelims, nicht automatisch eine einzelne Stadt oder Werkstatt. Besonders die flach gewebten Textilien der Region stehen mit mobilen Webstühlen, überlieferten geometrischen Mustern und der Verarbeitung von Wolle in Verbindung.

Wie wird ein Kelim gepflegt?

Ein Kelim sollte regelmäßig schonend abgesaugt und vor anhaltender direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden. Flüssigkeiten und Flecken werden möglichst rasch und ohne starkes Reiben aufgenommen, damit die Fasern und Farben nicht unnötig belastet werden. Für eine gründliche Reinigung empfiehlt sich eine Fachkraft mit Erfahrung in der Behandlung handgewebter Teppiche. Aggressive Mittel, starke Nässe und eigenständiges Bürsten können das Gewebe oder die Farbflächen beeinträchtigen.

Zusätzliche Informationen
Design-Stil

Farbe

Grösse

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Form

Herkunft

Material

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