Perserteppich Bachtiar ca. 320×210 cm Schurwolle handgeknüpft

Ursprünglicher Preis war: 3976$Aktueller Preis ist: 959$

Handgeknüpfter Bachtiar Perserteppich | Knotendichte: ca. 100.000 Knoten/qm | Material: Flor 100% Schurwolle, Kette 100% Baumwolle, Naturfarben | Größe: ca. 320 x 210 cm | Muster: Bachtiar Medaillon | Zustand: neuwertig, restauriert, gewaschen und versiegelt

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Inventarnummer: 100120000230

Beschreibung

Bachtiar Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Bachtiar ist handgeknüpft und besitzt einen Flor aus 100% Schurwolle. Für die Kette wurde 100% Baumwolle verwendet. Die Kombination aus Wollflor und Baumwollkette gehört zu den klassischen Grundlagen der orientalischen Teppichherstellung: Die Kette bildet das tragende Gerüst, während die geknüpften Wollfäden den sichtbaren Flor bilden. Die Wolle wird traditionell wegen ihrer Strapazierfähigkeit und ihrer angenehmen Haptik geschätzt. In einem handgeknüpften Teppich entsteht das Muster Knoten für Knoten. Dadurch ist jedes Stück ein Einzelstück mit einer eigenen Ausführung.

Die Knotendichte dieses Teppichs beträgt ca. 100.000 Knoten/qm. Eine dichte Knüpfung ermöglicht eine klarere Ausarbeitung von Konturen und kleinen Musterpartien. Zugleich entsteht ein kompakter Flor, dessen Oberfläche sich geschlossen und weich anfühlen kann. Die handwerkliche Arbeit verbindet dabei die technische Konstruktion mit der sichtbaren Gestaltung. Abweichungen in einzelnen Details sind bei handgeknüpften Teppichen Teil der Herstellung und unterscheiden sie von industriell gefertigten Bodenbelägen.

Für die Farbgebung wurden 100% Naturfarben angegeben. Naturfarben werden in der traditionellen Teppichherstellung aus pflanzlichen und mineralischen Ausgangsstoffen gewonnen. Ihre Wirkung hängt von der Zusammensetzung, der Vorbereitung der Wolle und dem Färbevorgang ab. Dadurch können Farbtöne nuanciert erscheinen und innerhalb einer Fläche lebendige Übergänge bilden. Beim vorliegenden Teppich verbinden sich Naturfarben mit der handgeknüpften Verarbeitung und dem klassischen Bachtiar-Medaillon.

Herkunft und Tradition

Der Bachtiar gehört zur persischen Teppichtradition des Iran. Die Bezeichnung Bachtiar verweist auf die Bakhtiari, eine ethnische Gruppe im Iran, deren Teppichkunst mit dem Leben und der Kultur der Nomaden verbunden ist. Die Teppiche dieser Tradition stehen für eine Verbindung aus praktischer Herstellung, regionaler Gestaltung und überliefertem Wissen. Das Knüpfen wurde innerhalb von Familien und Gemeinschaften weitergegeben, wobei Muster, Farberfahrungen und handwerkliche Abläufe von Generation zu Generation ihren Platz behielten.

Die Region Chaharmahal und Bakhtiari ist als Herkunftsgebiet der Bachtiar-Teppiche bekannt. Ihre Teppichtradition ist von unterschiedlichen Lebensräumen geprägt: Weideflächen, Wege, Siedlungen und die Natur der iranischen Landschaft boten den Weberinnen und Knüpferinnen Motive und Farbanregungen. In einer nomadisch geprägten Kultur mussten Textilien zugleich belastbar und verwendbar sein. Diese Verbindung von Alltagstauglichkeit und ornamentaler Gestaltung ist ein wesentlicher Bestandteil der Bachtiar-Tradition.

Bei Nomadenteppichen entstehen viele Arbeitsschritte in einem unmittelbaren Verhältnis zum verfügbaren Material. Wolle, Färbemittel und Webgrund werden sorgfältig ausgewählt und verarbeitet. Die Knüpfenden arbeiten nicht nach einem vollständig industriell festgelegten Ablauf, sondern setzen ein überliefertes Muster mit handwerklicher Eigenständigkeit um. Deshalb können Bachtiar-Teppiche eine kraftvolle Zeichnung, rhythmische Wiederholungen und individuell ausgeführte Details zeigen. Der Teppich wird so nicht nur als Bodenbelag, sondern auch als Ausdruck regionaler Identität verstanden.

Die persische Teppichkunst entwickelte über viele Jahrhunderte verschiedene Formen der Flächenaufteilung. Medaillons, Bordüren und Füllmotive helfen dabei, ein geschlossenes Gesamtbild aufzubauen. In den westiranischen Knüpftraditionen treffen solche Ordnungsprinzipien auf eine oft geometrisch geprägte Sprache. Die Muster können klar gegliedert sein, ohne ihre handwerkliche Beweglichkeit zu verlieren. Bachtiar-Teppiche werden deshalb sowohl mit traditionellen Stammesmustern als auch mit stärker komponierten floralen und geometrischen Flächen in Verbindung gebracht.

Die Verwendung von Wolle und Naturfarben ist in dieser Tradition eng mit der regionalen Herstellung verbunden. Schafwolle war als lokales Material verfügbar und wurde wegen ihrer Widerstandsfähigkeit für Teppiche verwendet. Pflanzliche und mineralische Färbungen eröffneten eine breite Palette an Farbtönen, die durch unterschiedliche Rezepturen und Färbezeiten verändert werden konnten. Die Farbigkeit eines Teppichs ist damit nicht nur Dekoration, sondern Teil der handwerklichen und kulturellen Geschichte seiner Herstellung.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs ist als Bachtiar Medaillon bezeichnet. Ein Medaillon bildet gewöhnlich den gestalterischen Mittelpunkt einer Teppichkomposition. Es ordnet die Fläche und lenkt den Blick auf das Zentrum, während umliegende Ornamente und eine Rahmung das Hauptmotiv ergänzen. Beim Bachtiar-Medaillon verbindet sich diese zentrale Struktur mit der regionalen Formensprache der Bachtiar-Teppiche. Das Ergebnis ist ein Musteraufbau, der sowohl eine klare Mitte als auch eine ausführliche Umgebung besitzt.

In der orientalischen Teppichkunst werden geometrische Formen, florale Ornamente und stilisierte Darstellungen häufig miteinander verbunden. Geometrische Linien geben einem Muster Halt und Rhythmus. Florale Formen können Blätter, Blüten, Ranken oder abstrahierte Pflanzen darstellen. Stilisierte Tiermotive treten in verschiedenen regionalen Traditionen ebenfalls auf. Solche Motive sind nicht als naturalistische Abbildungen angelegt, sondern werden in eine ornamentale Sprache übertragen, die sich wiederholen, spiegeln oder symmetrisch ordnen lässt.

Ein Medaillon kann von Eckzwickeln, Nebenmotiven und einer Bordüre begleitet werden. Die Bordüre fasst das Innelfeld zusammen und schafft einen Übergang zwischen Teppichmitte und Außenkante. Wiederholte Motive erzeugen dabei einen visuellen Takt, während unterschiedlich große Formen für Hierarchie sorgen. In handgeknüpften Arbeiten werden Linien und Konturen durch die Anordnung der Knoten gebildet. Kleine Unregelmäßigkeiten gehören zur handwerklichen Ausführung und können dem Muster eine individuelle, nicht maschinell uniforme Wirkung geben.

Naturfarben prägen die Wahrnehmung eines solchen Designs. Pflanzliche und mineralische Färbemittel können Farben mit unterschiedlichen Tiefen und Nuancen hervorbringen. Statt einer vollständig gleichförmigen Fläche können innerhalb eines Farbtons feine Übergänge sichtbar werden. Diese Wirkung unterstützt die Lebendigkeit traditioneller Teppichmuster. Sie verändert nicht die Ordnung des Medaillons, sondern gibt den Flächen und Ornamenten eine differenzierte Erscheinung.

Die Musterwelt der Bachtiar-Teppiche ist außerdem mit der Lebenswelt der Bakhtiari verbunden. Naturbeobachtungen, Erinnerungen an Landschaften und die Weitergabe regionaler Symbole können in stilisierten Formen ihren Ausdruck finden. Ornamentik übernimmt dabei mehrere Aufgaben: Sie schmückt die Fläche, strukturiert die Komposition und bewahrt eine gestalterische Tradition. Ein Bachtiar-Medaillon ist deshalb sowohl ein dekoratives Ordnungssystem als auch ein Teil der kulturellen Bildsprache des iranischen Westens.

Die Farb- und Musterwirkung lässt sich in unterschiedlichen Einrichtungsstilen lesen. In einem klassisch eingerichteten Raum kann die traditionelle Komposition an vorhandene Ornamente anknüpfen. In einer reduzierten Umgebung tritt der Aufbau aus Zentrum, Innenfeld und Bordüre deutlicher hervor. Diese unterschiedlichen Lesarten ergeben sich aus dem überlieferten Design selbst. Sie ändern nichts an der Herkunft oder an der handwerklichen Ausführung des Teppichs.

Besonderheiten

Der Teppich wird als neuwertig beschrieben. Er wurde von uns restauriert, frisch mit Mottenschutz und Geruchsentferner gewaschen und versiegelt. Diese Angaben beschreiben die ausgeführten Arbeiten und den gegenwärtigen Zustand des Stücks. Durch die Restaurierung wurde die vorhandene handwerkliche Arbeit erhalten und für die weitere Nutzung vorbereitet. Der Teppich ist als antiker Bachtiar eingeordnet und stammt aus der Zeit um 1950. Für Perserteppiche gilt die Altersgrenze von über 70 Jahren gesetzlich als Kriterium für die Bezeichnung antik.

Zur Pflege eines handgeknüpften Teppichs empfiehlt sich regelmäßiges Staubsaugen. Gelegentliches Ausklopfen kann ebenfalls zur Pflege beitragen. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, damit die Farben nicht verblassen. Bei Flecken sollte die betroffene Stelle sofort mit einem feuchten Tuch abgewischt werden, damit die Flüssigkeit nicht tiefer in die Fasern eindringt. Bei einer Reinigung oder einer weiteren Behandlung ist die handgeknüpfte Konstruktion zu berücksichtigen.

FAQ

Wie pflege ich meinen Bachtiar richtig?

Saugen Sie den Teppich regelmäßig und klopfen Sie ihn gelegentlich aus. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, damit die Naturfarben nicht verblassen. Entfernen Sie Flecken möglichst sofort mit einem feuchten Tuch, bevor sie tiefer in die Fasern eindringen. Bei umfangreicheren Verschmutzungen sollte eine für handgeknüpfte Teppiche geeignete Reinigung gewählt werden.

Woher kommt der Begriff Bachtiar?

Bachtiar bezieht sich auf die Bakhtiari, eine ethnische Gruppe im Iran. Ihre Teppichkunst ist mit einer nomadisch geprägten Lebensweise und einer eigenständigen regionalen Mustertradition verbunden. Bachtiar-Teppiche können Natur, Landschaft und das Leben der Nomaden in geometrischen, floralen oder stilisierten Motiven aufnehmen. Der Begriff bezeichnet damit die kulturelle und handwerkliche Herkunftstradition des Teppichtyps.

Kann ich den Teppich auf einer Fußbodenheizung verwenden?

Handgeknüpfte Bachtiar-Teppiche sind in der Regel auch für Räume mit Fußbodenheizung geeignet. Die Temperatur sollte jedoch nicht zu hoch eingestellt werden, damit die Fasern nicht geschädigt werden. Eine gleichmäßige, moderate Wärme und eine sachgerechte Pflege helfen dabei, den Teppich schonend zu nutzen. Bei besonderen technischen Bedingungen des Raumes sollte die Eignung zusätzlich geprüft werden.

Zusätzliche Informationen
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