Perserteppich Täbriz ca. 310 x 200 cm handgeknüpft (Verkauft)

Ursprünglicher Preis war: 5120$Aktueller Preis ist: 1124$

Handgeknüpfter Täbriz Perserteppich | Knotendichte: ca. 200.000 Knoten/qm (30 Radj) | Material: Flor Schurwolle, Kette Baumwolle | Größe: ca. 310 x 200 cm | Muster: Altes Fischmuster (Mahi) Täbriz, ca. 1970 | Zustand: Sehr guter Zustand, frisch gewaschen

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Inventarnummer: 100120000206

Beschreibung

Täbriz Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Perserteppich aus Täbriz ist handgeknüpft und besteht aus Schurwolle im Flor auf einer Kette aus Baumwolle. Die Verbindung dieser beiden Naturmaterialien gehört zu den überlieferten Grundlagen vieler persischer Teppiche. Schurwolle bildet eine belastbare, griffige Oberfläche und bringt zugleich eine natürliche, textile Haptik in das Gewebe. Die Baumwollkette bildet den tragenden Unterbau, an dem die Knoten befestigt werden. Dadurch entsteht ein geordnetes Gewebe, in dem Flor und Grundstruktur klar zusammenwirken. Beim Handknüpfen wird jeder Knoten einzeln in das Gefüge eingebracht. Reihe für Reihe wächst so ein textiles Stück, dessen Muster nicht durch einen maschinellen Druck, sondern durch die Anordnung der Knoten entsteht. Die im kurzen Produkttext genannte Knotendichte von etwa 200.000 Knoten pro Quadratmeter beziehungsweise 30 Radj beschreibt die feine Ausführung dieses Teppichs. Eine solche Angabe wird bei persischen Teppichen zur Einordnung der Knüpfstruktur verwendet; sie steht für die Anzahl und Dichte der gesetzten Knoten und nicht für eine zusätzliche Materialschicht. Das Muster kann dadurch differenziert in der Fläche angelegt werden. Bei diesem einzelnen Stück sind als Material ausdrücklich Schurwolle und Baumwolle angegeben. Eine Seidenbeimischung gehört nicht zu den Angaben dieses Teppichs. Der Teppich wurde frisch gewaschen und befindet sich in sehr gutem Zustand. Diese Zustandsangabe bezieht sich auf das angebotene Exemplar und ergänzt die Beschreibung seiner handwerklichen Ausführung.

Herkunft und Tradition

Täbriz liegt im Nordwesten Irans und zählt zu den traditionsreichen Zentren der persischen Teppichknüpfkunst. Die Stadt und ihr Umland sind seit langer Zeit mit der Herstellung und dem Handel von Perserteppichen verbunden. Täbriz entwickelte sich an wichtigen Wegen zwischen dem iranischen Hochland, dem Kaukasus, Anatolien und weiteren Handelsregionen. Diese Lage begünstigte den Austausch von Zeichnungen, Farben, Materialien und handwerklichen Verfahren. Deshalb steht der Name Täbriz nicht für nur eine einzige Musterform, sondern für eine vielseitige regionale Tradition, in der unterschiedliche Entwürfe präzise geknüpft werden.

In der Täbriz-Tradition treffen eine sorgfältige Linienführung und eine klar organisierte Flächenaufteilung aufeinander. Werkstätten arbeiten häufig mit Vorlagen, die ein zentrales Medaillon, ein durchlaufendes Pflanzenmuster oder ein geometrisch geordnetes Feld vorsehen können. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, feine Konturen und wiederkehrende Details in einer ausgewogenen Gesamtkomposition zusammenzuführen. Die handwerkliche Qualität zeigt sich dabei nicht nur in der Knotenzahl, sondern auch in der Regelmäßigkeit des Gewebes, der sauberen Zeichnung und dem kontrollierten Aufbau der einzelnen Rapportbereiche.

Persische Teppiche aus Täbriz wurden und werden in unterschiedlichen Größen, Qualitäten und Stilrichtungen gefertigt. Ihre Tradition umfasst sowohl streng symmetrische Entwürfe als auch Muster, die auf Pflanzen, Ranken, Blüten, Tieren oder geometrischen Formen beruhen. Die Bezeichnung Täbriz verweist bei diesem Stück auf seine angegebene Herkunft, während das konkrete Muster als altes Fischmuster, Mahi, bezeichnet wird. Herkunft und Muster sind damit zwei verschiedene Informationen: Täbriz benennt die regionale Zuordnung, Mahi die Gestaltung des Teppichs.

Das angebotene Exemplar wird als semiantik und als Teppich aus der Zeit um etwa 1970 beschrieben. Es stammt damit aus einer Phase vor der iranischen Revolution. Die zeitliche Einordnung ist ein Bestandteil der Beschreibung dieses Stücks und wird nicht mit einem höheren Alter gleichgesetzt. In den frühen 1970er-Jahren waren Fischmuster mit ähnlichen fraktalen Motiven in Perserteppichen häufig anzutreffen. Nach den 1980er-Jahren entstanden andere Variationen von Fischmotiven. Diese Entwicklung zeigt, dass Muster innerhalb einer regionalen Tradition im Lauf der Zeit verändert und neu interpretiert werden können.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs wird als altes Fischmuster, Mahi, aus Täbriz bezeichnet. Mahi bedeutet im Zusammenhang mit persischen Teppichmustern Fisch und steht für eine charakteristische Anordnung ineinandergreifender Ranken und Blattformen. Die Zeichnung kann auf den ersten Blick wie ein durchgehendes, fein verschlungenes Netzwerk erscheinen. Bei genauer Betrachtung lassen sich die einzelnen Ranken, Blätter und kleinen Abzweigungen erkennen, die sich wiederholen und gegenseitig ergänzen. Das fraktal anmutende Prinzip entsteht durch die Wiederkehr ähnlicher Formen in unterschiedlichen Maßstäben und durch die enge Verbindung der Motive.

Ein Mahi-Entwurf lebt weniger von einer einzelnen isolierten Figur als von der Kontinuität des Musters über die gesamte Fläche. Eine Ranke führt in die nächste, Blattformen greifen ineinander, und Zwischenräume werden so gestaltet, dass das Auge den Verlauf des Musters weiterverfolgen kann. Diese Art der Komposition verbindet botanische Anklänge mit einer klaren Ordnung. Die Fischbezeichnung beschreibt dabei die Gesamtlogik und die charakteristischen Formen des Motivs, nicht eine naturalistische Darstellung einzelner Fische. Bei persischen Teppichen werden solche Bezeichnungen für überlieferte Musterfamilien verwendet.

Das Mahi-Muster ist in verschiedenen persischen Regionen und Werkstatttraditionen bekannt und kann je nach Herkunft unterschiedlich gezeichnet werden. Die Täbriz-Ausführung steht in diesem Fall für die regionale Interpretation des alten Fischmusters. Täbrizer Entwürfe sind traditionell für ihre kontrollierte Linienführung und die Fähigkeit bekannt, viele kleine Musterbestandteile zu einer geschlossenen Fläche zu verbinden. Eine dichte Zeichnung kann dadurch sowohl ruhig als auch detailreich wirken. Die Mustertradition erlaubt Variationen bei Ranken, Blättern, Umrandungen und der Anordnung der Motive, ohne dass der Bezug zum Mahi-Prinzip verloren geht.

Die im Produkttext erwähnten ähnlichen fraktalen Motive waren Anfang der 1970er-Jahre in Perserteppichen häufig. Das macht die zeitliche Einordnung des Entwurfs nachvollziehbar, ohne diesem einzelnen Teppich eine nicht genannte Entstehungswerkstatt oder einen nicht belegten Designer zuzuschreiben. Für die Gestaltung dieses Exemplars sind als Fakten das alte Fischmuster, die Zuordnung zu Täbriz und die ungefähre Zeit um 1970 festgehalten. Angaben zu bestimmten Farben, einem Medaillon oder einzelnen Bordüren liegen für diesen Teppich nicht vor und werden deshalb nicht ergänzt.

Besonderheiten

Eine Besonderheit dieses Stücks ist die Verbindung aus handgeknüpfter Ausführung, dem alten Mahi-Muster aus Täbriz und der zeitlichen Einordnung als semiantik. Der Teppich wird auf die Zeit um etwa 1970 datiert und ausdrücklich als vor der iranischen Revolution entstanden beschrieben. Damit gehört er zu einer bestimmten Phase der persischen Teppichproduktion, in der Fischmuster mit ähnlichen fraktalen Motiven häufig vorkamen. Seine Materialangabe ist klar gefasst: Schurwolle im Flor und Baumwolle in der Kette. Hinzu kommen die angegebene Knotendichte von etwa 200.000 Knoten pro Quadratmeter beziehungsweise 30 Radj, der sehr gute Zustand und die Information, dass das Stück frisch gewaschen wurde. Diese Merkmale beschreiben das konkrete Exemplar, ohne ihm eine nicht belegte Signatur, Werkstatt oder Sammlungsgeschichte zuzuschreiben.

FAQ

Wie pflege ich diesen Perserteppich richtig?

Regelmäßiges, schonendes Absaugen entfernt losen Staub aus dem Flor. Dabei sollte eine niedrige Einstellung gewählt werden, damit die Schurwolle nicht unnötig belastet wird. Verschüttete Flüssigkeiten sollten vorsichtig aufgenommen und nicht kräftig verrieben werden. Für die Reinigung eines handgeknüpften Teppichs empfiehlt sich bei Bedarf eine Fachreinigung, besonders weil die Materialien und die Färbung fachgerecht behandelt werden müssen. Längere, direkte Sonneneinstrahlung kann Farben im Lauf der Zeit verändern; ein geeigneter Standort hilft, diese Belastung zu begrenzen. Dieses Exemplar wurde frisch gewaschen und befindet sich in sehr gutem Zustand. Eine erneute Reinigung sollte daher nicht routinemäßig, sondern abhängig von der tatsächlichen Nutzung und Verschmutzung erfolgen.

Wo kann ich den Teppich verwenden?

Ein handgeknüpfter Perserteppich aus Täbriz kann in Wohnräumen, Essbereichen oder Schlafzimmern eingesetzt werden. Das Mahi-Muster bringt eine fein gegliederte, durchlaufende Zeichnung in den Raum und lässt sich mit klassischen wie auch schlichteren Einrichtungen verbinden. Entscheidend sind ein ebener, sauberer Untergrund und eine Nutzung, die zur Beschaffenheit eines handgeknüpften Teppichs passt. Unter Möbeln sollte der Flor nicht durch dauerhaftes Verschieben belastet werden. Bei Durchgängen und auf glatten Böden kann eine passende Teppichunterlage für mehr Halt sorgen. Die konkrete Platzierung hängt von Raumaufteilung, Licht und täglicher Beanspruchung ab; aus der Herkunft oder dem Muster ergibt sich keine Einschränkung auf einen einzigen Wohnstil.

Woran erkenne ich die Echtheit eines Perserteppichs?

Zur Beurteilung eines handgeknüpften Perserteppichs werden mehrere Merkmale gemeinsam betrachtet. Dazu gehören die Rückseite und die dort erkennbare Knotenstruktur, die Art der Musterzeichnung, die verwendeten Materialien sowie die Ausführung des Gewebes. Ein handgeknüpfter Teppich unterscheidet sich in seiner Konstruktion von einem maschinell hergestellten Stück, weil die Knoten einzeln in Reihen gesetzt werden. Auch die angegebene Knotendichte kann bei der fachlichen Einordnung helfen, ersetzt jedoch keine vollständige Prüfung. Bei diesem Teppich sind Schurwolle im Flor, Baumwolle in der Kette, eine Knotendichte von etwa 200.000 Knoten pro Quadratmeter beziehungsweise 30 Radj sowie die Herkunft Täbriz angegeben. Für eine verbindliche Einschätzung unbekannter Stücke kann zusätzlich ein unabhängiger Teppichfachmann die Rückseite, die Kanten, die Fransen und die gesamte Knüpfstruktur untersuchen.

Zusätzliche Informationen
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