Perserteppich Nain ca. 299×196 cm handgeknüpft (Verkauft)

Ursprünglicher Preis war: 3432$Aktueller Preis ist: 1172$

Handgeknüpfter Nain Perserteppich | Knotendichte: 12La (12 Garnschichten), ca. 250.000 Knoten/qm | Material: Flor 100%, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 299 x 196 cm | Muster: Lachak-Toranj Nain-Medaillon | Zustand: Sehr gut mit minimal Patina, aufwendig restauriert, professionell gewaschen

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Beschreibung

Nain Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Nain Perserteppich ist handgeknüpft. Der Flor besteht zu 100 Prozent aus dem im Produkt angegebenen Flormaterial; die Kette besteht zu 100 Prozent aus Baumwolle. Die Knotendichte ist mit 12La beziehungsweise 12 Garnschichten und etwa 250.000 Knoten pro Quadratmeter angegeben. Diese Angaben beschreiben die feine Konstruktion des Teppichs und gehören zu den wesentlichen Merkmalen seiner handwerklichen Ausführung.

Für Nain-Teppiche ist ein Baumwollfundament charakteristisch. Die Baumwollkettfäden verlaufen längs durch den Teppich, während die Schussfäden quer eingeführt werden. Bei der traditionellen Konstruktion werden zwei Baumwollschüsse verwendet. Werden die Schussfäden von beiden Seiten straff angezogen, verschieben sich die Kettfäden auf zwei Ebenen. Dadurch entsteht die für Nain beschriebene gedrückte Kette, die der Knüpfarbeit eine kompakte Grundlage gibt.

Nain-Teppiche werden traditionell mit asymmetrischen persischen Knoten geknüpft. Nach dem Knüpfen wird der Flor kurz und dicht beschnitten. Der kurze Flor unterstützt eine klare Abgrenzung der Zeichnung, sodass feine Linien, Blüten, Ranken und Medaillonformen präzise lesbar bleiben. Die Kombination aus dichter Knüpfung, Baumwollgrund und sorgfältigem Scherenschnitt prägt die technische Erscheinung dieser Teppichart.

Herkunft und Tradition

Der Teppich stammt aus der Stadt Nain in Persien. Nain liegt im Zentrum Persiens, nur wenige Kilometer von Isfahan entfernt. Die Stadt ist heute international für handgefertigte Teppiche bekannt. Ihre Teppichtradition entwickelte sich jedoch vergleichsweise spät. Vor dem 20. Jahrhundert war Nain vor allem für handgefertigte Wolltücher bekannt. Als dieses Gewerbe zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus verschiedenen Gründen zurückging, wandten sich die örtlichen Behörden stärker der Teppichherstellung zu.

In der frühen Entwicklungsphase ließen die Verantwortlichen Teppiche zunächst von Webern aus dem nahe gelegenen Isfahan anfertigen. Diese Verbindung erklärt, weshalb viele zeitgenössische Nain-Teppiche Gestaltungselemente zeigen, die auch bei Isfahan-Teppichen vorkommen. Dazu gehören die sorgfältig aufgebauten Medaillons, die floralen Kompositionen und die ausgewogene Behandlung von Innenfeld und Bordüre. Nain entwickelte daraus jedoch keine bloße Wiederholung des Isfahan-Stils, sondern eine eigene gestalterische Sprache.

Als lokale Stämme in Nain begannen, ihre Teppiche selbst zu weben, brachten sie persönliche und regionale Merkmale in die Arbeit ein. Besonders die Farbwahl und die feine, klar gegliederte Zeichnung tragen zur Wiedererkennbarkeit von Nain-Teppichen bei. Die Stadttradition verbindet damit Einflüsse aus dem benachbarten Isfahan mit einer eigenständigen lokalen Ausprägung.

Die Gestaltung der Nain-Teppiche steht außerdem unter dem Einfluss der Safawiden. Während ihrer Herrschaft von 1502 bis 1722 veränderten die Safawiden die Musterwelt persischer Teppiche nachhaltig. Sie richteten Schulen, Werkstätten und Fabriken ein und förderten die Ausbildung von Knüpferinnen und Knüpfern in anspruchsvollen, komplexen Entwürfen. Diese historische Entwicklung wirkte auf die späteren Bildwelten der Nain-Teppiche weiter.

Die Feinheitsbezeichnung Laa, auch La genannt, stammt aus dem Farsi und bedeutet Schichten. Bei Nain-Teppichen bezeichnet sie die Lagen der einzelnen Kettfäden. Da die überstehenden Kettfäden die Fransen bilden, kann Laa auch über die Zahl der Garnfasern in einer Franse verstanden werden. Die Bezeichnung dient traditionell dazu, die Feinheit der Konstruktion einzuordnen. Niedrigere Laa-Werte werden als feiner bewertet; Nain-Teppiche mit Laa 4 gelten als besonders fein, während Laa 9 innerhalb der Nain-Klassifikation ebenfalls als gute, aber weniger feine Qualität gilt.

Design und Muster

Das konkrete Muster dieses Teppichs ist als Lachak-Toranj Nain-Medaillon bezeichnet. Ein Toranj ist in der persischen Teppichsprache ein Medaillon. Lachak bezeichnet die Eckbereiche einer Medaillonkomposition. Die Bezeichnung verweist somit auf ein zentrales Medaillon, dessen Gestaltung mit entsprechenden Eckfeldern verbunden ist. Bei einem Nain-Medaillon wird das Innenfeld gewöhnlich durch eine klar geordnete, symmetrische Komposition gegliedert.

Nain-Teppiche greifen häufig auf das Shah-Abbas-Design zurück. Typisch sind fein ausgearbeitete, geschwungene Blumenranken mit gegabelten Blättern. Diese Ranken können das Medaillon begleiten, sich in den Eckfeldern fortsetzen oder das Innenfeld in einem zusammenhängenden Rhythmus ausfüllen. Zwischen die pflanzlichen Formen werden bei Nain-Entwürfen mitunter Tiermotive eingestreut. Auch stilisierte Medaillons, Blumen, Ranken und Fabelwesen gehören zum historischen Formenschatz, der mit dem safawidischen Einfluss verbunden ist.

Ein weiteres häufig genanntes Motiv ist Islimi. Dabei handelt es sich um ein Rankenmotiv, das in Nain-Kompositionen auch mit mehreren Sternmedaillons verbunden werden kann. Islimi-Formen sind durch fließende Linien und eine fortlaufende Bewegung gekennzeichnet. Die kurvenförmige Zeichnung bildet einen Gegensatz zu streng geometrischen Mustern und erlaubt es, größere Flächen durch miteinander verbundene Pflanzenformen zu strukturieren.

Auch die Farbtradition der Nain-Teppiche steht in Beziehung zu Isfahan. Blautöne werden häufig mit Beige, Grau und Braun kombiniert. Als Grund erscheinen Elfenbein- und Cremetöne. Weiße Seide wird in der Nain-Tradition zur Einfassung und Hervorhebung einzelner Motive verwendet. Grün, Gelb und Orange treten seltener auf und können gezielt eingesetzt werden, um bestimmte Details zu betonen. Die Farbwirkung entsteht dabei nicht nur durch einzelne Farbtöne, sondern auch durch die feine Konturierung und den kurzen Flor.

Die hohe Knüpfdichte unterstützt die Darstellung kleiner Einzelheiten. Eine fein aufgebaute Zeichnung kann dadurch eng gesetzte Ranken, Blätter und Konturen differenziert wiedergeben. Bei Nain-Teppichen wird der Flor deshalb kurz geschoren, damit die Mustergrenzen deutlich hervortreten. Die Herstellung solcher fein geknüpften Teppiche kann viele Monate und in manchen Fällen mehrere Jahre beanspruchen. Diese zeitliche Dimension gehört zur allgemeinen handwerklichen Tradition der Nain-Knüpferei und ist nicht als zusätzliche Altersangabe für dieses Einzelstück zu verstehen.

Besonderheiten

Der Teppich befindet sich in sehr gutem Zustand mit minimaler Patina. Er wurde aufwendig restauriert und professionell gewaschen. Diese Informationen beschreiben den heutigen Pflege- und Erhaltungszustand des Einzelstücks. Die Restaurierung und die professionelle Wäsche werden als ausgeführte Arbeiten genannt; weitere Angaben zu einzelnen Reparaturstellen oder zu einem früheren Zustand liegen nicht vor.

Als besonderes Kennzeichen verbindet dieses Stück seine Herkunft aus Nain mit der bezeichneten Lachak-Toranj-Medaillonkomposition und der feinen 12La-Konstruktion. Die Baumwollkette, die angegebene Florzusammensetzung und die dichte handgeknüpfte Ausführung ordnen es technisch in die Tradition der Nain-Perserteppiche ein. Die klare Musterzeichnung wird bei dieser Teppichart durch den kurz geschorenen Flor unterstützt.

FAQ

Was bedeutet 12La bei einem Nain-Teppich?

La beziehungsweise Laa ist ein Begriff aus dem Farsi und bedeutet Schichten. Bei Nain-Teppichen bezieht sich die Bezeichnung auf die Lagen der Kettfäden. Weil die überstehenden Kettfäden die Fransen bilden, kann die Zahl auch über die Garnfasern einer Franse betrachtet werden. Laa dient als traditionelle Feinheitsangabe: Ein niedrigerer Wert steht innerhalb dieser Einordnung für eine feinere Konstruktion. Bei diesem Teppich ist 12La angegeben; zusätzlich wird seine Knotendichte mit etwa 250.000 Knoten pro Quadratmeter beschrieben.

Woran erkennt man die Gestaltung eines Nain-Medaillons?

Ein Nain-Medaillon ordnet das Innenfeld um eine zentrale Form, den Toranj. Die Bezeichnung Lachak verweist auf die zugehörigen Eckbereiche. Typische Nain-Kompositionen ergänzen solche Strukturen mit geschwungenen Blumenranken, gegabelten Blättern und fein gezeichneten Konturen. Safawidische und Shah-Abbas-Einflüsse zeigen sich außerdem in floralen Motiven, Ranken, stilisierten Medaillons und gelegentlichen Tierdarstellungen. Das konkrete Muster dieses Stücks ist als Lachak-Toranj Nain-Medaillon bezeichnet.

Wie wird ein Nain-Teppich traditionell gefertigt?

Nain-Teppiche werden auf einer Baumwollgrundlage mit persischen, asymmetrischen Knoten geknüpft. Ihre besondere Konstruktion verwendet gedrückte Baumwollkettfäden und zwei Baumwollschüsse. Durch das straffe Anziehen der Schüsse liegen die Kettfäden auf zwei Ebenen. Der Flor wird nach dem Knüpfen kurz geschoren, damit die feinen Muster klar sichtbar werden. Je nach Feinheit können solche Arbeiten viele Monate oder auch mehrere Jahre beanspruchen.

Zusätzliche Informationen
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