
















Perserteppich Kerman ca. 272×182 cm Wolle handgeknüpft (Verkauft)
Ursprünglicher Preis war: 4260$1172$Aktueller Preis ist: 1172$
Handgeknüpfter Kerman Perserteppich | Knotendichte: ca. 360.000 Knoten/qm (42 Radj) | Material: Flor 100% Schurwolle, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 272 x 182 cm | Muster: Ghab Ghorani mit Medaillon | Zustand: NEU
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VERSANDPARTNERInventarnummer: 100120000284
Beschreibung
Kerman Perserteppich
Material und Verarbeitung
Dieser Kerman Perserteppich ist handgeknüpft. Sein Flor besteht aus Schurwolle, während die Kette aus Baumwolle gefertigt ist. Die Verbindung von wollener Oberfläche und baumwollener Kettstruktur gehört zu den vertrauten Grundlagen vieler persischer Teppiche. Die Wolle bildet den sichtbaren Flor und nimmt die Farben des Musters auf; die Kette gibt dem Gewebe seine innere Ordnung und trägt zur Stabilität der Knüpfung bei.
Die Knüpfung wird Reihe für Reihe von Hand ausgeführt. Dabei entsteht jedes Motiv aus einzelnen Knoten, die gemeinsam die Zeichnung, die Konturen und die Farbflächen des Teppichs formen. Der Flor dieses Stücks besteht aus Schurwolle. Im Zusammenspiel mit der Baumwollkette ergibt sich eine klassische Materialausführung, wie sie bei Kerman-Teppichen häufig anzutreffen ist. Der Zustand ist als NEU angegeben.
Die Kerman-Tradition kennt eine sorgfältige Vorbereitung der Fasern, eine differenzierte Farbwahl und eine genaue Abstimmung von Knoten, Schuss und Kette. Diese handwerklichen Grundlagen erklären, weshalb Kerman nicht nur als Herkunftsbezeichnung, sondern auch als eigenständige Teppichklassifikation verstanden wird. Bei diesem Exemplar verbindet sich diese Tradition mit einem floralen Medaillonmuster und einer blauen Grundwirkung.
Herkunft und Tradition
Kerman, auch Kirman genannt, ist eine Stadt und zugleich eine Provinz im südlichen Zentraliran. Teppiche aus dieser Region zählen zu den traditionellen Klassifizierungen persischer Teppiche. Kerman entwickelte sich über lange Zeit zu einem wichtigen Zentrum der Teppichherstellung und ist mindestens seit dem fünfzehnten Jahrhundert für seine Web- und Knüpftradition bekannt. Die Bezeichnung verweist bei diesem Teppich auf Kerman in Persien.
Die Geschichte der Region ist von städtischen Werkstätten, erfahrenen Meisterwebern und einer großen Bandbreite an Entwürfen geprägt. Kermanische Werkstätten arbeiteten für unterschiedliche Abnehmer und passten ihre Muster an verschiedene Geschmäcker an. Ein Teil der Produktion richtete sich an wohlhabende westliche Käufer, ein anderer an einheimische Kundschaft. So entstand keine einzige, eng begrenzte Formensprache, sondern eine vielfältige Gruppe von Teppichen, die florale, geometrische, gartenbezogene, figürliche und malerische Themen umfassen kann.
Die handwerkliche Entwicklung Kermans wird in der Fachliteratur mit eigenständigen Webstuhl- und Knüpfmethoden verbunden. Beschrieben wird unter anderem eine Struktur, bei der die Baumwollkette auf zwei verschiedenen Ebenen liegen kann. Wollene Schüsse werden dabei mit unterschiedlicher Spannung eingetragen. Diese Arbeitsweise kann eine charakteristische wellenartige Wirkung an der Oberfläche hervorbringen. Kermanische Teppiche werden außerdem häufig mit dem asymmetrischen persischen Knoten in Verbindung gebracht, während in vielen anderen persischen Teppichregionen auch der türkische Knoten verwendet wird.
Eine besondere technische Bezeichnung ist die sogenannte Vasen-Technik. May Beattie ordnete Kerman-Teppiche in sieben Klassen ein und beschrieb diese Struktur anhand von drei Schusslagen zwischen den Knotenreihen. Die äußeren Schüsse sind typischerweise stärker gespannt und aus Wolle, während die mittlere Lage mit geringerer Spannung eingearbeitet wird und aus Seide oder Baumwolle bestehen kann. Deutlich versetzte Kettfäden und ein nach links offener persischer Knoten gehören zu den beschriebenen Merkmalen dieser regionalen Tradition. Diese Informationen erklären die technische Vielfalt Kermans; sie stellen keine zusätzliche Materialangabe zu diesem Teppich dar.
Auch die Färbung besitzt in der Geschichte Kermans einen eigenen Stellenwert. In der regionalen Praxis konnte die Wolle bereits im Flockenzustand und noch vor dem Spinnen gefärbt werden. Dadurch ließ sich eine gleichmäßige Farbaufnahme erzielen. Überliefert ist eine breite Palette, die von Elfenbein, Blau und Magenta bis zu goldenen und safranfarbenen Tönen reicht. Die blaue Farbwirkung dieses Teppichs steht damit in einem Farbspektrum, das in der Kerman-Tradition vielfach verwendet wurde.
Ravar- oder Lavar-Kerman bildet eine bekannte regionale Variante aus dem Dorf Ravar in der Nähe der Stadt Kerman. Diese Teppiche werden häufig mit feiner Ausführung, klassisch inspirierten Allover-Mustern und zentralen Medaillons verbunden. Viele Stücke dieser Gruppe tragen eine Signatur des Webers oder der Person, für die sie angefertigt wurden. Eine Signatur ist für diesen Teppich nicht angegeben und wird daher nicht als Merkmal behauptet.
Design und Muster
Das Muster dieses Teppichs wird als Ghab Ghorani mit Medaillon bezeichnet. Ein Medaillon ordnet das zentrale Feld um eine hervorgehobene Mitte. Die Bezeichnung Ghab Ghorani verweist auf eine Musterfamilie innerhalb der vielfältigen Kermanischen Formensprache. Kermanische Entwürfe können mit streng gegliederten Flächen, wiederkehrenden Ornamenten oder reich ausgearbeiteten Blumenmotiven arbeiten. Beim vorliegenden Stück verbindet sich die genannte Musterbezeichnung mit einem zentralen Medaillon und einer blauen Farbwirkung.
Zu den bekannten Motiven aus Kerman zählen die Damaszener-Rose sowie die Muster Sabzikar Ravar und Gol Sorkhi, dessen Name auf die rote Rose verweist. Weitere überlieferte Bezeichnungen sind Setooni, Ghabi, Kheshti, Saraam Atiyeh, Jangali, Shekargah und Lachak-Toranj. Diese Vielfalt zeigt, dass Kerman nicht auf einen einzigen Ornamenttyp reduziert werden kann. Das hier verwendete Ghab-Ghorani-Motiv ist deshalb innerhalb einer breiten regionalen Mustertradition einzuordnen.
Bei älteren Kerman-Teppichen begegnen häufig Vasenmuster. Sie zeigen stilisierte Blumen und große Palmetten, die in Vasen im zentralen Feld angeordnet sein können. Ebenfalls verbreitet waren Gitterkompositionen, bei denen ein Feld durch ein Netz aus Linien in zahlreiche kleinere Fächer gegliedert wurde. Solche Muster veranschaulichen die Fähigkeit kermanischer Werkstätten, ein großes Teppichfeld in klar erkennbare Einzelbereiche zu unterteilen.
Das Medaillon steht in Kerman häufig nicht isoliert, sondern wird von Ranken, Blüten, Blättern und einer Bordüre begleitet. Bei Toranj-Kompositionen können schmale Ränder und Linien den Aufbau betonen. Florale Muster des neunzehnten Jahrhunderts wurden außerdem von den Entwürfen kermanischer Schals beeinflusst, die in derselben Region gefertigt wurden. Diese Verbindung von Textilgestaltung und Teppichornament erklärt die fein gegliederten Blumen- und Rankenformen, die für viele Kerman-Entwürfe charakteristisch sind.
Im Lauf der Zeit entstanden in Kerman auch große figurative und malerische Darstellungen. Ein in London bewahrtes Beispiel aus dem frühen zwanzigsten Jahrhundert übernimmt ein Gemälde des französischen Künstlers Antoine Watteau. Daneben wurden Teppiche für westliche Märkte in sanften Farbtönen wie Bernstein, Rosa und Blaugrau gefertigt. Streifen, wiederholte Muster, Vasen, Gärten, Tierformen und szenische Motive konnten dabei nebeneinanderstehen. Der vorliegende Teppich ist durch Ghab Ghorani, Medaillon und Blau bestimmt; weitere Motive werden nicht ergänzt.
Die Musterwirkung eines handgeknüpften Teppichs entsteht aus dem Verhältnis von Feld, Medaillon, Nebenmotiven und Bordüre. Kleine Farbwechsel können innerhalb einer Blüte oder Ranke unterschiedliche Tiefen erzeugen, während wiederholte Formen dem Entwurf Rhythmus geben. Kermanische Zeichner und Knüpfer nutzten diese Möglichkeiten in sehr unterschiedlichen Kombinationen. Dadurch kann ein regionaler Teppich sowohl klassisch gegliedert als auch reich ornamental erscheinen, ohne dass seine Herkunft allein an einem einzigen Symbol festgemacht werden muss.
Besonderheiten
Die Besonderheiten dieses Teppichs liegen in seiner Kermanischen Herkunft, der handgeknüpften Ausführung, dem Flor aus Schurwolle und der Baumwollkette. Das Muster Ghab Ghorani mit Medaillon verbindet die zentrale Komposition mit einer bekannten Kermanischen Mustertradition. Die blaue Farbwirkung prägt den ersten visuellen Eindruck. Der Zustand ist NEU. Der Teppich ist als verkauft gekennzeichnet.
Kerman-Teppiche stehen für eine regionale Tradition, in der unterschiedliche Muster, technische Verfahren und Farbpaletten über Jahrhunderte nebeneinander entwickelt wurden. Dieses Stück zeigt diese Tradition in einer klar benannten Musterform. Die Kombination aus Wollflor, Baumwollkette und Handknüpfung macht die Konstruktion nachvollziehbar, ohne ihr weitere, nicht angegebene Eigenschaften zuzuschreiben.
FAQ
Woher stammt dieser Perserteppich?
Dieser Perserteppich stammt aus Kerman, auch Kirman genannt, in Persien. Kerman bezeichnet sowohl die Stadt als auch die Provinz im südlichen Zentraliran. Die Region gehört zu den klassischen Zentren der persischen Teppichherstellung. Ihre Werkstätten sind für vielfältige florale, geometrische und medaillonbezogene Entwürfe sowie für eigenständige handwerkliche Verfahren bekannt.
Aus welchen Materialien besteht der Teppich?
Der Flor besteht aus Schurwolle, die Kette aus Baumwolle. Diese Materialkombination ist eine klassische Grundlage vieler Kermanischer Teppiche. Die Wolle bildet die sichtbare Oberfläche, während die Baumwollkette das Gerüst der Knüpfung bildet. Der Teppich ist handgeknüpft und als NEU beschrieben.
Welches Muster hat der Kerman Teppich?
Das Muster wird als Ghab Ghorani mit Medaillon angegeben. Ein Medaillon bildet den gestalterischen Mittelpunkt des zentralen Feldes. Die Bezeichnung gehört zur vielfältigen Kermanischen Musterwelt, in der auch Rosen, Vasen, Gitter, Ranken und Gartenmotive vorkommen. Bei diesem Stück stehen Ghab Ghorani, die Medaillonkomposition und die blaue Farbwirkung im Vordergrund.
Zusätzliche Informationen
| Design-Stil | |
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| Farbe | |
| Grösse | |
| Form | |
| Herkunft | |
| Knotendichte | |
| Material |








