Perserteppich Gabbeh 180 x 122 cm Wolle handgeknüpft

1009$

Handgeknüpfter Gabbeh Perserteppich | Knotendichte: 50.000 – 150.000 Knoten/m² | Material: Flor handgesponnene Schafs- und Ziegenwolle | Größe: 180 x 122 cm | Muster: Abstrakte Designs mit Spielmotiven aus der Tier- und Pflanzenwelt | Zustand: Neu/Exzellent

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Inventarnummer: 1B763CE4

Beschreibung

Gabbeh Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Gabbeh ist handgeknüpft und besteht im Flor aus handgesponnener Schafs- und Ziegenwolle. Die Verwendung beider Wollarten gehört zu den charakteristischen Materialangaben dieses Teppichs. Handgesponnene Wolle entsteht nicht durch einen vollständig gleichförmigen industriellen Prozess, sondern durch das manuelle Ausrichten und Verdrehen der Fasern. Dadurch kann der Faden eine lebendige, leicht individuelle Struktur behalten. Bei einem handgeknüpften Teppich wird jeder Knoten einzeln in die vorbereitete Grundkonstruktion eingearbeitet. Die Florfäden werden anschließend so verdichtet, dass eine zusammenhängende Oberfläche entsteht.

Die Kombination aus Schafs- und Ziegenwolle verbindet unterschiedliche Eigenschaften innerhalb des Flors. Schafwolle ist als Teppichfaser für ihre Elastizität und ihre Fähigkeit bekannt, sich nach einer Belastung wieder aufzurichten. Ziegenwolle wird traditionell wegen ihrer widerstandsfähigen, etwas markanteren Faser verwendet. Welche Faser an welcher Stelle stärker hervortritt, kann bei handgesponnenem Garn variieren. Diese natürliche Verschiedenheit ist ein Teil der textilen Struktur und kein Hinweis auf eine industrielle Unregelmäßigkeit.

Gabbeh-Teppiche werden häufig mit einem kräftigen, fühlbaren Flor verbunden. Bei diesem Stück wird ein Hochflor bis zu 2,5 cm angegeben. Ein solcher Flor bildet eine weichere, plastischere Oberfläche als ein flacher, eng geschorener Flor. Die Knotendichte liegt bei 50.000 – 150.000 Knoten pro Quadratmeter. Sie beschreibt die Anzahl der eingearbeiteten Knoten und ist ein technischer Hinweis auf die Konstruktion. Die Dichte allein bestimmt jedoch nicht den Charakter eines Gabbeh: Auch Garn, Florhöhe, Knüpfweise und die Gestaltung wirken zusammen.

Herkunft und Tradition

Der Teppich stammt aus der Fars-Region und wird den Ghashghai-Nomaden zugeordnet. Fars liegt im südlichen Iran und zählt zu den wichtigen historischen Landschaften der persischen Teppichkultur. Die Region umfasst unterschiedliche Lebensräume, von trockenen Ebenen bis zu bergigen Gebieten. Diese landschaftliche Vielfalt hat die dortigen textilen Traditionen geprägt. Teppiche wurden nicht nur als Handelsware hergestellt, sondern auch als Gebrauchsgegenstände für Zelte, Wohnbereiche und den Alltag nomadischer Gemeinschaften.

Die Ghashghai sind für eine eigenständige Web- und Knüpftradition bekannt. In nomadischen Haushalten wurden Wolle, Spinnen, Färben und Knüpfen eng mit dem täglichen Leben verbunden. Die Herstellung konnte in verschiedene Arbeitsschritte gegliedert sein, die innerhalb der Familie weitergegeben wurden. Handgesponnene Wolle ist in diesem Zusammenhang mehr als eine Materialbezeichnung: Sie verweist auf einen Herstellungsweg, bei dem die Vorbereitung der Faser und die Gestaltung des Garns Teil der handwerklichen Arbeit bleiben.

Gabbeh bezeichnet eine Teppichgruppe, die besonders mit den Nomadentraditionen des südlichen Iran und mit der Fars-Region verbunden wird. Traditionelle Gabbeh sind oft einfacher aufgebaut als fein gezeichnete höfische Teppiche. Ihre Wirkung entsteht durch eine klare Flächenaufteilung, einen vergleichsweise kräftigen Flor und eine reduzierte, unmittelbar lesbare Formensprache. Diese Eigenschaften erklären, warum Gabbeh sowohl als eigenständige Gebrauchsteppiche als auch als wichtige Ausprägung der persischen Nomadentextilien betrachtet werden.

Die Geschichte der Gabbeh-Tradition ist eng mit mobilen Lebensformen verbunden. Ein Teppich musste in einem solchen Umfeld praktisch verwendbar, handhabbar und dauerhaft sein. Die Gestaltung konnte aus der Erinnerung, aus vertrauten Symbolen und aus der Beobachtung der Umgebung entstehen. Deshalb finden sich in Gabbeh-Mustern häufig vereinfachte Tiere, Pflanzen und Figuren. Sie sind nicht auf eine naturalistische Darstellung ausgerichtet, sondern auf eine klare, auch aus wenigen Formen verständliche Aussage.

Im Laufe der Zeit wurden Gabbeh außerhalb ihrer ursprünglichen regionalen Zusammenhänge bekannt. Dabei blieb die Verbindung zur Fars-Region und zu den Ghashghai-Nomaden ein wesentlicher Bestandteil ihrer kunsthandwerklichen Einordnung. Die Bezeichnung Gabbeh beschreibt somit nicht nur ein Erscheinungsbild, sondern verweist auf eine textile Tradition mit eigener Materialwahl, eigener Knüpfweise und einer besonderen Beziehung zwischen Gebrauch und Gestaltung.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs wird als abstraktes Design mit Spielmotiven aus der Tier- und Pflanzenwelt beschrieben. Abstraktion bedeutet bei Gabbeh nicht, dass die Bildidee vollständig aufgelöst wird. Vielmehr werden Tiere, Pflanzen oder Figuren auf wenige Konturen und Flächen reduziert. Einzelne Formen können dadurch bewusst vereinfacht, vergrößert oder voneinander getrennt erscheinen. Die Darstellung bleibt spielerisch, weil sie nicht auf eine naturgetreue Wiedergabe, sondern auf eine freie textile Übersetzung setzt.

Spielmotive aus der Tierwelt gehören zu den wiederkehrenden Themen der nomadischen Teppichgestaltung. Tiere können als einzelne Figuren, als Paar oder als Teil einer lockeren Komposition auftreten. Ihre Körper werden oft durch einfache geometrische Elemente angedeutet: Beine, Hörner, Ohren oder ein Schwanz genügen, um die Grundidee erkennbar zu machen. Bei einem abstrakten Gabbeh ist die Lesbarkeit nicht an anatomische Genauigkeit gebunden. Entscheidend ist das Verhältnis der Formen zueinander und ihre Einordnung in die Teppichfläche.

Auch pflanzliche Motive können in stark vereinfachter Form erscheinen. Blätter, Zweige, Blüten und stilisierte Gewächse werden nicht zwingend botanisch genau wiedergegeben. In der nomadischen Bildsprache können solche Formen die natürliche Umgebung, den Wechsel der Jahreszeiten oder eine allgemeine Vorstellung von Wachstum und Landschaft aufnehmen. Werden Tier- und Pflanzenmotive kombiniert, entsteht ein Bildraum, der eher durch Zeichen und Rhythmen als durch eine realistische Szene bestimmt wird.

Die spielerische Wirkung entsteht häufig aus der bewussten Unmittelbarkeit der Figuren. Kleine Abweichungen in Proportion, Ausrichtung oder Abstand können den Eindruck von Bewegung und Eigenständigkeit verstärken. Handgeknüpfte Muster sind nicht mit einer maschinell wiederholten Grafik gleichzusetzen. Der Knoten folgt zwar dem Entwurf, doch die manuelle Umsetzung lässt der Linie und der Fläche eine textile Eigenart. Dadurch bleibt das Design als Handarbeit ablesbar.

Gabbeh-Muster arbeiten traditionell oft mit einer deutlichen Beziehung zwischen Grundfläche und Motiv. Eine Figur kann isoliert stehen, während andere Formen in lockerer Folge erscheinen. Ebenso möglich ist eine Anordnung, bei der die Motive einen einfachen Rhythmus bilden. Die abstrakte Gestaltung dieses Teppichs wird durch die Verbindung von Tier- und Pflanzenwelt mit spielerischen Figuren bestimmt. Diese Beschreibung legt die thematische Richtung fest, ohne einzelne Farben, Bordüren oder ein bestimmtes Medaillon zu behaupten.

Die Bildsprache eines Gabbeh lässt sich als eigenständige Form der visuellen Erzählung verstehen. Sie verwendet keine lange schriftliche Erklärung, sondern überliefert Vorstellungen durch Zeichen. Ein Tier kann für die vertraute Umgebung stehen, eine Pflanze für die Landschaft, eine menschlich wirkende Figur für das soziale Leben. Die Bedeutung einzelner Motive ist dabei nicht immer festgelegt und kann je nach Zusammenhang unterschiedlich gelesen werden. Gerade die Reduktion lässt Raum für diese offene Betrachtung.

Besonderheiten

Zu den besonderen Merkmalen dieses Stücks gehören der handgeknüpfte Aufbau, der Flor aus handgesponnener Schafs- und Ziegenwolle und der angegebene Hochflor. Die Kombination aus einem fühlbaren Flor und einem abstrakten, spielerischen Muster verbindet eine ausgeprägte textile Oberfläche mit einer klaren Bildsprache. Die Herkunft aus der Fars-Region und die Zuordnung zu den Ghashghai-Nomaden geben dem Teppich außerdem einen eindeutigen Bezug zur persischen Nomadentradition.

Die angegebene Knotendichte von 50.000 – 150.000 Knoten pro Quadratmeter zeigt, dass die Oberfläche durch eine definierte handwerkliche Struktur aufgebaut ist. Zusammen mit der Verwendung handgesponnener Wolle entsteht ein Teppich, bei dem Material und Knüpftechnik unmittelbar sichtbar und fühlbar werden. Der Zustand wird als Neu/Exzellent angegeben. Damit verbindet sich die traditionelle Einordnung des Gabbeh mit einem sehr guten aktuellen Erhaltungszustand.

FAQ

Woher stammt dieser Gabbeh?

Dieser Gabbeh stammt aus der Fars-Region im südlichen Iran und wird den Ghashghai-Nomaden zugeordnet. Fars ist eine bedeutende Landschaft der persischen Teppichkultur. Die Ghashghai verfügen über eine eigene nomadische Web- und Knüpftradition, in der handgesponnene Wolle, robuste textile Konstruktionen und vereinfachte Motive eine wichtige Rolle spielen. Die Herkunft beschreibt bei diesem Teppich sowohl die regionale Einordnung als auch den kulturellen Zusammenhang seiner Gestaltung.

Aus welchem Material besteht der Flor?

Der Flor besteht aus handgesponnener Schafs- und Ziegenwolle. Schafwolle wird traditionell wegen ihrer elastischen und angenehm textilen Eigenschaften verwendet, während Ziegenwolle für eine widerstandsfähige Faserstruktur bekannt ist. Bei handgesponnenem Garn bleibt die individuelle Beschaffenheit der Fasern erkennbar. Der Teppich besitzt außerdem einen Hochflor bis zu 2,5 cm, wodurch seine Oberfläche besonders weich und deutlich strukturiert ausgebildet ist.

Was zeigt das Muster?

Das Muster zeigt ein abstraktes Design mit spielerischen Motiven aus der Tier- und Pflanzenwelt. Die Figuren sind nicht als naturgetreue Abbildungen angelegt, sondern als vereinfachte textile Formen. Tiere, Pflanzen und weitere Figuren können durch wenige Linien, Flächen und geometrische Anklänge angedeutet werden. Diese reduzierte Bildsprache ist mit der Gabbeh-Tradition verbunden und lässt die Motive klar, frei und unmittelbar wirken.

Zusätzliche Informationen
Design-Stil

Farbe

Grösse

Form

Herkunft

Knotendichte

Material

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