Perserteppich Bakhtiari ca 296 x 201 cm handgeknüpft (Verkauft)

Ursprünglicher Preis war: 3905$Aktueller Preis ist: 1030$

Handgeknüpfter Bakhtiari Perserteppich | Knotendichte: ca. 200.000 Knoten/qm | Material: Flor 100% Schurwolle, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 296 x 201 cm | Muster: Bachtiar Medaillon | Zustand: wie NEU, frisch mit Mottenschutz und Geruchsentferner gewaschen und versiegelt.

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Inventarnummer: 100120000296

Beschreibung

Bakhtiari Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Bakhtiari Perserteppich besitzt einen Flor aus 100% Schurwolle und eine Kette aus 100% Baumwolle. Die Kombination aus wollener Oberfläche und Baumwollgrund gehört zum überlieferten Aufbau vieler Bakhtiari-Teppiche. Die Kette bildet das tragende Gerüst des Gewebes, während die Schurwolle den sichtbaren Flor bildet. Bei handgeknüpften Teppichen wird jeder Knoten einzeln in die vorbereiteten Kettfäden eingearbeitet. Auf diese Weise entsteht Reihe für Reihe ein eigenständiges textiles Stück.

Die Knotendichte dieses Teppichs beträgt ca. 200.000 Knoten/qm. Die Dichte beschreibt, wie viele Knoten innerhalb einer bestimmten Fläche des Teppichs gesetzt sind, und steht in Verbindung mit der Ausarbeitung des Musters. Bei Bakhtiari-Teppichen wird Wolle traditionell aus den Herden der herstellenden Stammesgemeinschaft verwendet. Ihre Eigenschaften können von eher stumpf bis deutlich glänzend reichen. Auch die Höhe des geschnittenen Flors kann bei Bakhtiari-Arbeiten unterschiedlich ausfallen.

Die handgeknüpfte Herstellung unterscheidet sich vom Weben eines Kelims, bei dem kein geknüpfter Flor entsteht. Beim Knüpfen werden die farbigen Florfäden in die Kette eingebunden und anschließend verdichtet. Der Schuss aus Wolle stabilisiert den Aufbau zusätzlich. Diese traditionelle Verbindung von Baumwollkette, Wollschuss und Wollflor ist ein charakteristisches Merkmal der Bakhtiari-Webkunst. Die Einordnung einzelner Bakhtiari-Qualitäten hängt neben der Knotendichte auch vom Muster und von den verwendeten Farbstoffen ab.

Herkunft und Tradition

Bakhtiari-Teppiche sind eine bedeutende textile Kunstform des Bakhtiari-Stammes. Das traditionelle Siedlungsgebiet liegt in Chahar Mahaal und Bakhtiari im mittleren West-Persien, südwestlich von Isfahan. Die Teppichkunst ist eng mit den Bakhtiari-Gemeinschaften verbunden. Seit dem Anfang des 19. Jahrhunderts werden Bakhtiari-Teppiche in verschiedene Teile der Welt exportiert. Dadurch wurde der Name Bakhtiari auch außerhalb der ursprünglichen Region zu einer bekannten Bezeichnung für diese Knüpftradition.

Ursprünglich wurden Bakhtiari-Teppiche von nomadisch lebenden Bakhtiari geknüpft. Heute entstehen die meisten echten Bakhtiari-Teppiche in sesshaften Bakhtiari-Gemeinden. Diese liegen in Chahar Mahaal und Bakhtiari sowie in Teilen der Provinzen Isfahan, Lorestan und Ost-Khuzestan. Als besonders wichtiges Zentrum wird Shahr-Kurd genannt. Die regionale Herstellung entwickelte sich damit aus einer nomadischen Tradition zu einer handwerklichen Arbeit, die auch in festen Gemeinden fortgeführt wird.

Die Bezeichnungen Saman und Hureh oder Hori wurden ebenfalls für Bakhtiari-Teppiche verwendet und bezogen sich ursprünglich auf Herkunftsorte. In der heutigen Verwendung gelten Saman und Hori eher als Qualitätsbezeichnungen innerhalb der Bakhtiari-Teppiche denn als eindeutige geografische Begriffe. Chapel Shotur und Saman werden etwas niedriger als Bibibaff-Produktionen eingestuft, gelten aber weiterhin als gute bis ausgezeichnete Arbeiten. Bibibaff bezeichnet häufig Bakhtiari-Teppiche mit besonders hoher Knotendichte. Hori-Teppiche sind lockerer gewebt und werden als niedrigere Qualität eingeordnet.

Die Namen der Orte und Qualitäten müssen bei Bakhtiari-Teppichen sorgfältig betrachtet werden. Bakhtiari-Muster wurden auch in anderen Webzentren Persiens sowie in Pakistan, Indien und China kopiert. Ein ortsbezogener Name kann deshalb auf die Herkunft eines Musters oder auf eine Qualitätsstufe verweisen und nicht zwingend auf den tatsächlichen Herstellungsort eines einzelnen Teppichs. Dieser Teppich ist als Bakhtiari Perserteppich mit dem Muster Bachtiar Medaillon bezeichnet.

Die Tradition verbindet die Lebenswelt des Bakhtiari-Stammes mit einer regionalen Form der Teppichherstellung. Die Wolle aus den Herden des jeweiligen Stammes konnte den Charakter der Arbeiten beeinflussen. Dadurch unterscheiden sich Bakhtiari-Teppiche je nach Gemeinschaft und verwendeter Wolle. Die handwerkliche Weitergabe von Aufbau, Motiven und Farbvorstellungen erklärt, weshalb Bakhtiari-Arbeiten zugleich als Stammeskunst und als regionale persische Teppichtradition verstanden werden.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs ist als Bachtiar Medaillon angegeben. Ein Medaillon ordnet die Gestaltung um ein hervorgehobenes Zentrum. Bei Bakhtiari-Teppichen stehen solche zentralen Kompositionen neben anderen bekannten Mustergruppen, die von Blumen und Gärten inspiriert sind. Die Bezeichnung des Musters beschreibt die Gestaltung und ist von der Herkunftsangabe Bakhtiari zu unterscheiden.

Ein besonders bekanntes Bakhtiari-Muster ist das Khesti. Es greift die Vorstellung eines Gartens auf und teilt das Feld in einzelne Quadrate. In diesen Feldern erscheinen Tiere und Pflanzen als symbolische Elemente. Die regelmäßige Unterteilung verbindet die einzelnen Bildfelder zu einer geordneten Gesamtfläche. Neben dem Khesti gibt es Muster mit einem durch Gitterwerk gegliederten Feld und floralen Ornamenten.

Blumenmotive und Gartenbilder gehören zu den wichtigen Gestaltungsideen der Bakhtiari-Tradition. Sie können als dicht gesetzte Ornamente oder als klar voneinander getrennte Bildbereiche auftreten. Die Gartenidee verweist auf eine geordnete, abgegrenzte Landschaft, während Tiere und Pflanzen innerhalb der Felder als Zeichen eingesetzt werden. Beim Medaillonmuster liegt der gestalterische Schwerpunkt dagegen in der Mitte, von der sich die übrige Komposition auf das Feld verteilt.

Auch die Farbwahl steht bei Bakhtiari-Teppichen in Verbindung mit den Stilen einzelner Stämme. Allgemein kommen Weiß, Rot, Braun, Grün und Gelb in unterschiedlichen Schattierungen vor. Naturfarbstoffe können Farbabweichungen hervorbringen. Bei älteren Bibibaff-Teppichen werden solche Unterschiede besonders deutlich. Die Farbwirkung eines Bakhtiari-Musters entsteht deshalb nicht nur aus der Zeichnung, sondern auch aus der Beziehung zwischen Wolle, Farbstoff und regionaler Tradition.

Die Gestaltung ist bei Bakhtiari-Teppichen nicht von einer einzigen festen Vorlage bestimmt. Gartenmuster, florale Felder, Gitterwerk und zentrale Medaillons gehören zu einem breiten Repertoire. Je nach Stammesstil können Motive, Farbverteilung und die Wirkung der Wolle wechseln. Das Bachtiar Medaillon dieses Teppichs steht innerhalb dieser Tradition für eine Komposition mit betontem Zentrum, während die regionale Bezeichnung Bakhtiari die Verbindung zur persischen Bakhtiari-Knüpfkunst herstellt.

Besonderheiten

Der Teppich wird als wie NEU beschrieben. Er wurde frisch mit Mottenschutz und Geruchsentferner gewaschen und anschließend versiegelt. Diese Angaben beziehen sich auf den dokumentierten Zustand des Stücks und auf die ausgeführte Behandlung. Der Flor besteht aus 100% Schurwolle, die Kette aus 100% Baumwolle. Zusammen mit der handgeknüpften Ausführung und der angegebenen Knotendichte gehört dieser Aufbau zu den im Angebot genannten Merkmalen.

Die Behandlung mit Mottenschutz und Geruchsentferner sowie das anschließende Versiegeln sind als besondere Zustandsinformation festgehalten. Eine solche Angabe ersetzt keine allgemeine Aussage über die Geschichte eines Teppichs; sie beschreibt hier die frische Reinigung und Nachbehandlung. Das Stück ist als verkauft gekennzeichnet. Weitere Aussagen zu Alter, Signatur oder früherem Gebrauch werden nicht gemacht.

FAQ

Was bedeutet Bakhtiari bei diesem Perserteppich?

Bakhtiari bezeichnet hier die persische Teppichtradition des Bakhtiari-Stammes und die regionale Herkunftsbezeichnung Chahar Mahaal und Bakhtiari im mittleren West-Persien. Die Bakhtiari leben beziehungsweise lebten in einem Gebiet südwestlich von Isfahan, das außerdem Teile von Isfahan, Lorestan und Ost-Khuzestan umfasst. Shahr-Kurd gilt als wichtiges Zentrum. Bakhtiari-Teppiche wurden ursprünglich auch von nomadischen Bakhtiari geknüpft; heute stammen viele echte Stücke aus sesshaften Bakhtiari-Gemeinden. Der Name beschreibt bei diesem Stück die Provinz- und Stilzuordnung. Das Muster Bachtiar Medaillon ist davon als gestalterische Bezeichnung zu unterscheiden.

Wie sind Bakhtiari-Teppiche traditionell aufgebaut?

Traditionelle Bakhtiari-Teppiche basieren auf einer Baumwollkette und einem Schuss aus Wolle. Der sichtbare Flor wird aus Wolle geknüpft. Die Wolle kann aus den Herden der herstellenden Stammesgemeinschaft stammen, weshalb ihre Eigenschaften von eher stumpf bis stark glänzend reichen können. Auch die Höhe des geschnittenen Flors ist nicht bei allen Arbeiten gleich. Dieser Teppich hat einen Flor aus 100% Schurwolle und eine Kette aus 100% Baumwolle. Seine Knotendichte ist mit ca. 200.000 Knoten/qm angegeben. Bei der Einordnung von Bakhtiari-Qualitäten spielen daneben Muster und Farbstoffe eine Rolle.

Welche Muster und Farben sind für Bakhtiari bekannt?

Bakhtiari-Muster sind häufig von Blumen und Gärten inspiriert. Das Khesti teilt das Feld in Quadrate, in denen Tiere und Pflanzen als Symbole erscheinen. Andere Kompositionen verbinden Gitterwerk mit Blumenornamenten. Ein Medaillon betont dagegen die Mitte des Feldes; dieses Prinzip steht hinter der Bezeichnung Bachtiar Medaillon dieses Teppichs. Bei den Farben kommen allgemein Weiß, Rot, Braun, Grün und Gelb in verschiedenen Schattierungen vor. Naturfarbstoffe können Farbabweichungen erzeugen, die bei älteren Bibibaff-Teppichen besonders sichtbar sind. Die konkrete Musterangabe dieses Stücks bleibt das Bachtiar Medaillon.

Zusätzliche Informationen
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