Orientteppich Moud ca 250×250 cm Wolle handgeknüpft (Verkauft)

Ursprünglicher Preis war: 2840$Aktueller Preis ist: 1101$

Handgeknüpfter INDO Moud Orientteppich | Knotendichte: ca. 200.000 Knoten/qm | Material: Flor 100% Schurwolle, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 250 x 250 cm | Muster: Fischmuster mit Medaillon | Zustand: Sehr guter Zustand, gewaschen mit Mottenschutz

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Inventarnummer: 100120000278

Beschreibung

INDO Moud Orientteppich

Material und Verarbeitung

Dieser INDO Moud Orientteppich ist handgeknüpft. Sein Flor besteht zu 100% aus Schurwolle, während die Kette aus 100% Baumwolle gefertigt ist. Die Verbindung von Wollflor und Baumwollkette gehört zu den klar benannten Materialmerkmalen dieses Teppichs. Wolle wird bei handgeknüpften Orientteppichen traditionell für den Flor eingesetzt, weil sie sich in einzelne Knoten einarbeiten lässt und eine griffige, textile Oberfläche bildet. Die Baumwollkette bildet dabei die Grundlage, an der die Knoten befestigt werden.

Beim Handknüpfen entsteht das Muster Knoten für Knoten auf dem Webstuhl. Die Knüpferin oder der Knüpfer führt den Florfaden um die Kettfäden und schneidet ihn anschließend ab, bevor der nächste Knoten folgt. Dadurch wird das Design unmittelbar während der Herstellung aufgebaut. Ein handgeknüpfter Teppich unterscheidet sich damit grundsätzlich von einem maschinell gefertigten Bodenbelag, bei dem der Produktionsvorgang automatisiert abläuft. Die im kurzen Produkttext angegebene Knotendichte beschreibt die Feinheit der Ausführung; sie wird nicht mit der Herkunft oder dem Muster verwechselt.

Der Teppich befindet sich in sehr gutem Zustand. Er wurde gewaschen und mit Mottenschutz behandelt. Diese Angaben beziehen sich auf den konkreten Erhaltungszustand des Einzelstücks. Die Kombination aus Schurwolle im Flor, Baumwolle in der Kette und handgeknüpfter Ausführung fasst die wesentlichen Eigenschaften seiner Verarbeitung zusammen.

Herkunft und Tradition

Die Bezeichnung INDO Moud weist bei diesem Teppich auf eine Herstellung in Indien hin. Er ist deshalb ein Orientteppich und kein Perserteppich. Der Name Moud bezeichnet zugleich eine überlieferte Teppichrichtung, deren Musterwelt eng mit der persischen Knüpftradition verbunden ist. Ein Mustername oder eine Stilbezeichnung darf jedoch nicht mit dem tatsächlichen Herstellungsland dieses Stücks gleichgesetzt werden. Bei diesem Einzelstück bleibt die Herkunftsangabe INDO Moud maßgeblich.

Moud-Teppiche werden in der traditionellen Beschreibung mit Mashad und der Provinz Khorassan in Verbindung gebracht. Mashad gilt als großes Weberei- und Handelszentrum, in dem Teppiche aus der Stadt selbst sowie aus benachbarten Orten und Dörfern zusammenkommen. Moud-Erzeugnisse zeigen dabei Berührungspunkte mit Teppichen aus Birjand. Neben Werkstattproduktionen werden in der Moud-Tradition auch Arbeiten von Heimwebstühlen erwähnt. Diese unterschiedlichen Produktionsumfelder erklären, warum die Bezeichnung Moud eine vielfältige Gruppe von Teppichen umfasst.

Im Antiquitätenhandel sind Moud-Teppiche seit der Wende zum zwanzigsten Jahrhundert bekannt. Ihre Gestaltung wurde sowohl für den heimischen Markt als auch für westliche Abnehmer entwickelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg entfernten sich manche Knüpfer von den überlieferten Mustern und griffen auf Formen zurück, die auch aus anderen persischen Knüpfregionen bekannt waren. Damit reagierten sie auf die Nachfrage von Exportkunden im In- und Ausland. Die Moud-Tradition ist folglich durch eine Verbindung von regionaler Zeichensprache, Werkstattarbeit und Anpassung an unterschiedliche Märkte geprägt.

Die historische Moud-Palette wird häufig mit Granatapfelrot im Feld verbunden; dieses Rot wurde traditionell aus Cochenille gewonnen. Daneben kommen in der überlieferten Farbwelt dunkle Blautöne sowie Rot, Blau, Beige, Gold, Grün, Zimt, Braun und Grau vor. Solche Farben können in Feldern, Bordüren, Konturen und einzelnen Ornamenten unterschiedlich eingesetzt werden. Bei einem indischen Moud-Teppich beschreibt diese Farb- und Formensprache die stilistische Tradition, nicht automatisch seinen Produktionsort.

Die Moud-Knüpftradition ist für eine große Bandbreite an Ausführungen bekannt. In der klassischen Beschreibung werden ein Baumwollfundament und ein Wollflor genannt. Der persische asymmetrische Knoten gehört dort zur überlieferten Technik. Auch die Zahl und Führung der Schussfäden wird als technisches Merkmal der Tradition beschrieben. Die Qualität kann innerhalb der Gruppe variieren, weshalb Material, Knotendichte, Zeichnung und Erhaltungszustand bei jedem Einzelstück getrennt betrachtet werden müssen.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs ist als Fischmuster mit Medaillon angegeben. In der Moud-Tradition wird das Fischmuster gewöhnlich mit dem Herati-Ornament verbunden. Es gehört zu den floralen und geometrisch gegliederten Musterfamilien der Region. Typische Herati-Kompositionen ordnen Blattformen, Ranken und kleine Blütenelemente um ein zentrales Motiv. Der Ausdruck Fischmuster beschreibt dabei die charakteristischen seitlich angeordneten Blattformen, die an Fische erinnern.

Ein Medaillon strukturiert das Feld von der Mitte aus. Es kann als klar abgegrenztes Zentrum gestaltet sein und die umliegenden Ornamente auf eine innere Achse beziehen. Bei Moud-Teppichen werden zentrale Medaillons unter anderem mit stern- oder sechseckähnlichen Formen in Verbindung gebracht. Für dieses Stück ist ausschließlich festgehalten, dass es ein Medaillon besitzt; eine genauere geometrische Form wird nicht behauptet. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus zentraler Ordnung und dem angegebenen Fischmuster.

Neben Medaillonmustern kennt die Moud-Tradition auch Allover-Entwürfe ohne dominierendes Zentrum. Zu den bekannten Motiven gehören Schah-Abbas-Palmetten mit Blättern und Ranken, Boteh-Formen, Gitteraufteilungen und Minakhani-Kompositionen, bei denen Rosetten durch Spaliere miteinander verbunden werden. Herati-Muster können große Teile der Oberfläche einnehmen. Diese Varianten zeigen, wie flexibel die Moud-Zeichensprache eingesetzt wird. Sie werden hier als Hintergrund zur Mustertradition beschrieben und nicht als zusätzliche Motive dieses Teppichs.

Auch die Bordüre hat in der Moud-Tradition eine eigene Funktion. Überlieferte Khorassan-Bordüren arbeiten mit größeren Palmetten, Blättern und Ranken. In kleinen rechteckigen Bordüren können außerdem Motive aus persischen Gärten erscheinen, die auch aus Bachtiari-Teppichen bekannt sind. Eine Bordüre rahmt das Innenfeld, stabilisiert die Blickführung und setzt die Zeichnung des Zentrums vom Rand ab. Über die konkrete Bordürenzeichnung dieses Einzelstücks macht die Produktbeschreibung keine weitere Angabe.

Die Farbgestaltung traditioneller Moud-Teppiche bewegt sich häufig zwischen Rot, Blau und Beige. Ein kontrastierender elfenbeinfarbener Grund kann kräftige Farben hervorheben. Weitere überlieferte Nuancen reichen von Gold und Grün bis zu Zimt, Braun und Grau. Farben dienen dabei nicht nur der Fläche, sondern auch der Konturierung von Blättern, Ranken, Palmetten und Medaillonformen. Beim vorliegenden Teppich ist das Fischmuster mit Medaillon das benannte Designmerkmal; eine vollständige Farbliste für dieses Stück liegt nicht vor.

Besonderheiten

Als konkretes Merkmal dieses Einzelstücks sind die handgeknüpfte Herstellung, der Flor aus 100% Schurwolle und die Kette aus 100% Baumwolle festgehalten. Hinzu kommen das Fischmuster mit Medaillon sowie der sehr gute Zustand. Der Teppich wurde gewaschen und mit Mottenschutz behandelt. Diese Behandlung und der beschriebene Zustand gehören zu seinen dokumentierten Besonderheiten.

Die Moud-Tradition ist für deutliche Unterschiede in Feinheit und Ausführung bekannt. Deshalb sind bei einem Einzelstück die ausgewiesene Knotendichte, der Materialaufbau und die konkrete Zeichnung zusammen zu betrachten. Der INDO-Hinweis ordnet diesen Teppich als in Indien gefertigten Orientteppich ein, während Moud die verwendete Muster- und Stilrichtung bezeichnet. So bleiben Herkunft, Technik und Design sachlich voneinander unterschieden.

FAQ

Wie viel ist ein handgeknüpfter Teppich wert?

Der Wert eines handgeknüpften Teppichs hängt von mehreren Faktoren ab. Dazu gehören die Herkunft, die Knüpfart und Feinheit, die verwendeten Materialien, Farben und das Design. Ebenso wichtig sind Alter und Zustand, die Originalität der Gestaltung, Stil, Ästhetik und die Ausarbeitung des Musters. Auch Seltenheit sowie Angebot und Nachfrage auf dem Markt beeinflussen die Einordnung. Bei diesem INDO Moud sind die handgeknüpfte Technik, der Wollflor, die Baumwollkette, das Medaillonmuster und der sehr gute Zustand die beschriebenen Grundlagen für eine fachliche Bewertung.

Wie erkennt man einen handgeknüpften Teppich?

Ein handgeknüpfter Teppich wird auf einem Webstuhl von Hand Knoten für Knoten aufgebaut. Bei einem maschinengefertigten Teppich übernimmt dagegen eine automatisch gesteuerte Webmaschine den Herstellungsvorgang. Handarbeit lässt sich unter anderem an der Konstruktion von Flor, Kette und Fransen untersuchen. Die Fransen sind bei einem handgeknüpften Teppich eine Verlängerung der Kettfäden und nicht nachträglich angenäht. Auch die Rückseite kann Hinweise auf die einzelne Knotenarbeit geben. Der vorliegende Teppich ist als handgeknüpft beschrieben.

Was zeichnet einen Moud-Teppich aus?

Die Moud-Tradition ist vor allem durch florale Muster, Herati- beziehungsweise Fischmotive, Medaillon- und Allover-Kompositionen sowie Khorassan-inspirierte Bordüren bekannt. Häufig werden Rot-, Blau- und Beigetöne genannt, ergänzt durch weitere Naturfarbbereiche. Historisch gehören ein Baumwollfundament, ein Wollflor und der asymmetrische persische Knoten zur beschriebenen Moud-Technik. Bei diesem Stück verbindet sich die Moud-Musterwelt mit der angegebenen INDO-Herkunft. Das konkrete Muster ist ein Fischmuster mit Medaillon.

Zusätzliche Informationen
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