Orientteppich Hereke ca. 218x140cm handgeknüpft (Verkauft)

Ursprünglicher Preis war: 2485$Aktueller Preis ist: 852$

Handgeknüpfter Hereke Orientteppich | Knotendichte: ca. 400.000-450.000 Knoten/qm | Material: Flor 100% Schurwolle, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 218x140cm | Muster: floral, sehr seltene Farbkombination, Unikat | Zustand: sehr gut

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Inventarnummer: 100120000302

Beschreibung

Hereke Orientteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Hereke Orientteppich ist handgeknüpft. Sein Flor besteht aus 100% Schurwolle, während für die Kette 100% Baumwolle verwendet wurde. Die Verbindung von Wollflor und Baumwollkette gehört zu den überlieferten Materialkombinationen der anatolischen Teppichherstellung. Wolle bildet dabei die sichtbare, belastbare Oberfläche; Baumwolle dient als tragende Grundlage innerhalb des geknüpften Gewebes.

Die Knotendichte dieses Teppichs beträgt ca. 400.000-450.000 Knoten/qm. Eine solche Dichte steht für eine fein aufgebaute Knüpfstruktur, in der viele einzelne Knoten auf engem Raum zusammenwirken. Für die Herstellung eines floral gestalteten Teppichs ermöglicht eine dichte Knüpfung die präzise Ausarbeitung von Konturen, Blütenformen und feinen Übergängen. Die Angaben zur Materialzusammensetzung beziehen sich auf Flor und Kette und unterscheiden diese beiden Bestandteile klar voneinander.

Handknüpfen bedeutet, dass die Knoten einzeln in die Kette eingearbeitet werden. Reihe für Reihe entsteht so ein textiles Gefüge, dessen Muster unmittelbar aus der Anordnung der farbigen Florfäden hervorgeht. Nach dem Knüpfen wird die Oberfläche bearbeitet, damit der Flor ein gleichmäßiges Erscheinungsbild erhält. Bei einem Teppich mit floraler Zeichnung ist die handwerkliche Ausführung besonders an den Linien der Motive und an der Abstufung der Farbflächen ablesbar.

Herkunft und Tradition

Der Teppich stammt aus Hereke in der Türkei und gehört damit zur Gruppe der anatolischen Orientteppiche. Der Begriff anatolischer Teppich bezeichnet geknüpfte oder gewebte Boden- und Wandbehänge, die in Anatolien und den angrenzenden Regionen hergestellt wurden und werden. Ihr historischer Verbreitungsraum überschneidet sich in etwa mit Gebieten, die über lange Zeit unter osmanischem Einfluss standen. Anatolische Teppiche entstanden für den Gebrauch im Haushalt, für den regionalen Handel und für den Export.

Die Teppichweberei ist in Anatolien ein traditionsreiches Handwerk. Ihre Entwicklung nahm über viele Jahrhunderte Einflüsse verschiedener Bevölkerungsgruppen und Kulturkreise auf. In anatolischen Mustern finden sich Spuren byzantinischer Gestaltung ebenso wie Ornamente, die durch aus Zentralasien eingewanderte Turkvölker, armenische, kaukasische und kurdische Gemeinschaften in die Region gelangten. Auch die Ankunft des Islam und die Entwicklung islamischer Kunst prägten die Formen- und Bildsprache. Anatolische Teppiche spiegeln dadurch die politische Geschichte und die soziale Vielfalt ihres Herstellungsraums wider.

Eine eindeutige Zuordnung jedes einzelnen Motivs zu einer bestimmten ethnischen oder regionalen Tradition ist in der Forschung nicht immer möglich. Ebenso lassen sich nomadische und dörfliche Muster nicht in jedem Fall sicher voneinander trennen. Die anatolische Teppichkunst ist gerade durch die Verbindung unterschiedlicher Einflüsse gekennzeichnet. Daraus entwickelten sich zahlreiche Varianten bei Farben, Ornamenten, Oberflächen und Knüpftechniken.

Die frühesten heute bekannten erhaltenen anatolischen Teppiche stammen aus dem dreizehnten Jahrhundert. Danach wurden Teppiche in Hofmanufakturen und Werkstätten, in Dörfern, in Stammesgemeinschaften und in den Zelten nomadischer Gruppen geknüpft. Die Herstellung war nicht auf eine einzige gesellschaftliche Schicht beschränkt. Schafwolle, Baumwolle und natürliche Farbstoffe bildeten über lange Zeit die wichtigsten Materialien. Der vorliegende Teppich verbindet mit seinem Wollflor und seiner Baumwollkette zwei Materialien, die in dieser regionalen Handwerkstradition eine zentrale Rolle spielen.

Anatolische Teppiche werden häufig mit symmetrischen Knoten in Verbindung gebracht. Diese Knüpfweise war in der Region so verbreitet, dass westliche Händler zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die Bezeichnungen türkischer Knoten oder Ghiordes-Knoten verwendeten. Daraus lässt sich für dieses einzelne Stück jedoch keine zusätzliche technische Eigenschaft ableiten, die nicht ausdrücklich angegeben ist. Sicher benannt sind seine Herkunft aus Hereke, die Handknüpfung und die genannte Knotendichte.

Hereke ist als Herkunftsbezeichnung Teil dieser anatolischen Teppichlandschaft. Seit dem neunzehnten Jahrhundert veränderten sich Herstellung und Gestaltung durch neue Absatzmärkte und durch die Entwicklung industrieller Farbstoffe. Ab den 1870er Jahren stellten osmanische Hofmanufakturen auch Teppiche mit Seidenflor her, teils mit eingewebten Gold- oder Silberfäden. Das traditionelle Material der meisten anatolischen Teppiche blieb jedoch handgesponnene, natürlich gefärbte Wolle. Diese historische Vielfalt erklärt, warum der Begriff anatolischer Teppich unterschiedliche Materialien, Formate und Stilrichtungen umfasst.

In Europa wurden anatolische Teppiche seit der Renaissance häufig auf Gemälden dargestellt. Nach dem dreizehnten Jahrhundert verstärkten sich die politischen Kontakte und Handelsbeziehungen zwischen Westeuropa und der islamischen Welt. Als im vierzehnten Jahrhundert der direkte Handel mit dem Osmanischen Reich aufgenommen wurde, bezeichnete man Teppiche zunächst unabhängig vom tatsächlichen Herstellungsort pauschal als türkische Teppiche. Seit dem späten neunzehnten Jahrhundert werden anatolische Orientteppiche zudem kunsthistorisch und wissenschaftlich untersucht. Neben den geknüpften Teppichen rückten später auch flachgewebte Formen wie Kelim, Soumak, Cicim und Zili stärker in den Blick.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs ist floral. Florale Teppiche arbeiten grundsätzlich mit Darstellungen aus der Pflanzenwelt: Blüten, Blättern, Ranken und stilisierten Pflanzenelementen. Solche Formen können naturalistisch wirken oder in geometrisch vereinfachte Ornamente überführt werden. In der anatolischen Tradition wurden pflanzliche Motive über viele Epochen hinweg mit lokalen Zeichen, religiös geprägten Formen und Einflüssen aus benachbarten Kulturkreisen verbunden.

Die florale Gestaltung ist nicht als isolierte Stilform zu verstehen. Anatolische Teppiche verfügen über eine große Bandbreite an Motiven und Kompositionen. Manche Entwürfe ordnen einzelne Blüten rhythmisch über das Feld, andere verbinden Ranken zu einem fortlaufenden Ornament. Wieder andere stellen ein zentrales Motiv einer umlaufenden Bordüre gegenüber. Welche konkrete Anordnung bei einem Stück vorliegt, muss am jeweiligen Teppich abgelesen werden. Für dieses Exemplar ist die florale Musterart sowie eine sehr seltene Farbkombination angegeben.

Farben übernehmen in einem Teppich mehrere Aufgaben. Sie trennen Motive vom Untergrund, geben Bordüren ihre Gliederung und bestimmen den Gesamteindruck der Komposition. Bei floralen Mustern können unterschiedliche Farbtöne Blüten, Blätter und Ranken voneinander abheben. Eine seltene Farbkombination macht die Farbwahl zu einem wesentlichen Merkmal dieses Stücks, ohne dass daraus eine bestimmte historische Färbetechnik oder ein bestimmter Farbstoff abgeleitet werden darf.

Die Farb- und Formensprache anatolischer Teppiche entstand aus einem langen Austausch. Byzantinische Gestaltungsspuren, zentralasiatische Ornamentik, kaukasische und armenische Einflüsse, kurdische und türkische Traditionen sowie die islamische Kunst wirkten in unterschiedlichen Zeiten auf die regionale Teppichkunst ein. Deshalb lässt sich ein Motiv nicht automatisch einer einzigen Bevölkerungsgruppe zuweisen. Die wissenschaftliche Forschung weist ausdrücklich darauf hin, dass einzelne Designmerkmale nicht immer eindeutig einer regionalen oder ethnischen Herkunft zugeordnet werden können.

Auch die technische Dichte wirkt sich auf die Darstellung eines Musters aus. Bei ca. 400.000-450.000 Knoten/qm können Linien und kleine Farbwechsel in einer fein gegliederten Oberfläche angelegt werden. Das beschreibt die Möglichkeiten einer dichten Knüpfung, nicht eine zusätzliche Behauptung über ein nicht genanntes Detail dieses Musters. Fest steht, dass die florale Zeichnung mit einer sehr seltenen Farbkombination verbunden ist und der Teppich als Unikat bezeichnet wird.

Die Bezeichnung Unikat hebt hervor, dass dieses Exemplar als einzelnes Stück angeboten wurde. Sie bedeutet nicht, dass jedes einzelne Motiv ohne Vorbilder in der anatolischen Teppichkunst wäre. Vielmehr können traditionelle Formen neu kombiniert, farblich anders gefasst und in einer individuellen Komposition ausgearbeitet werden. So stehen regionale Mustertraditionen und die Eigenständigkeit eines einzelnen handgeknüpften Teppichs nebeneinander.

Besonderheiten

Zu den ausdrücklich genannten Besonderheiten gehören die sehr seltene Farbkombination und die Bezeichnung als Unikat. Hinzu kommen die Herkunft aus Hereke, die Handknüpfung, der Flor aus 100% Schurwolle und die Kette aus 100% Baumwolle. Die genannte Knotendichte ordnet den Teppich einer fein geknüpften Ausführung zu. Als Zustand ist sehr gut angegeben.

Die Kombination dieser Angaben beschreibt den Teppich sachlich: ein floral gemustertes Einzelstück aus der Türkei mit einer ungewöhnlichen Farbzusammenstellung und einer dichten Knüpfstruktur. Über die genannten Merkmale hinaus werden keine zusätzlichen Aussagen zu Alter, Signatur, Färbung, Restaurierungen oder zur Provenienz gemacht.

FAQ

Woher stammt der Teppich?

Der Teppich stammt aus Hereke in der Türkei. Hereke ist damit die angegebene Herkunftsbezeichnung dieses Orientteppichs. Er wird als anatolischer Teppich eingeordnet, da Hereke in der Türkei und damit im anatolischen Kulturraum liegt. Eine Herkunft aus Iran oder eine Bezeichnung als Perserteppich ist nicht angegeben.

Aus welchem Material besteht der Teppich?

Der Flor besteht aus 100% Schurwolle. Die Kette besteht aus 100% Baumwolle. Diese Angaben unterscheiden den sichtbaren Wollflor von der textilen Grundlage des Teppichs. Weitere Materialien werden für dieses Stück nicht genannt.

Was zeichnet das Muster aus?

Das Muster ist floral und wird durch eine sehr seltene Farbkombination charakterisiert. Der Teppich ist als Unikat bezeichnet. Damit sind die florale Gestaltung, die ungewöhnliche Farbstellung und der Einzelstückcharakter die ausdrücklich genannten gestalterischen Besonderheiten.

Zusätzliche Informationen
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