Perserteppich Nain 296 x 193 cm Wolle handgeknüpft

Ursprünglicher Preis war: 2840$Aktueller Preis ist: 1101$

Handgeknüpfter Nain Perserteppich | Knotendichte: 12la (12 Garnschichten), ca. 200.000-250.000 Knoten/qm | Material: Flor 97% Schurwolle, 3% Seide, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 296 x 193 cm | Muster: Lachak-Toranj Nain-Medaillon | Zustand: Sehr gut mit minimaler Patina

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Inventarnummer: 100120000309

Beschreibung

Nain Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Nain Perserteppich ist handgeknüpft. Sein Flor besteht aus 97% Schurwolle und 3% Seide, während die Kette aus 100% Baumwolle gefertigt ist. Die Kombination aus Wolle und Seide gehört zur überlieferten Materialauswahl der Nain-Knüpferei. Wolle bildet dabei den tragenden Bestandteil des Flors; die Seide ergänzt ihn als feinerer, glatterer Faseranteil. Eine Baumwollkette schafft die Grundlage, auf der die Florfäden in sorgfältiger Handarbeit befestigt werden.

Die Knotendichte ist mit 12la angegeben, also mit zwölf Garnschichten. Für dieses Stück werden etwa 200.000 bis 250.000 Knoten pro Quadratmeter genannt. Eine solche feine Ausführung unterstützt die klare Wiedergabe des Medaillonmusters und der geschwungenen Linien. Nain-Teppiche werden mit asymmetrischen Knoten von Hand geknüpft. Der Flor wird traditionell eng geschnitten, damit die Zeichnung präzise und die Oberfläche gleichmäßig erscheint.

Die Verarbeitung von Wolle, Seide und Baumwolle verlangt unterschiedliche Arbeitsschritte. Die Kette wird gespannt, anschließend werden die Knoten Reihe für Reihe gesetzt und durch Schussfäden gesichert. Danach wird der Flor geschoren und bearbeitet. Bei Nain-Teppichen werden häufig feine Wollqualitäten verwendet; Seide kann zusätzlich zur Hervorhebung von Konturen, Blüten und Arabesken dienen. Bei dem vorliegenden Teppich ist Seide ausdrücklich als Bestandteil des Flors ausgewiesen.

Der Zustand wird als sehr gut mit minimaler Patina beschrieben. Patina bezeichnet dabei die leichte, durch Zeit und Nutzung entstandene Veränderung der Oberfläche. Sie gehört zur sichtbaren Geschichte eines handgefertigten Teppichs, ohne dass hier ein stärkerer Erhaltungsbedarf genannt wird.

Herkunft und Tradition

Der Teppich stammt aus der Stadt Nain in Persien. Nain liegt in Zentralpersien und wird der Provinz Isfahan zugeordnet. Die Stadt befindet sich auf der zentralen iranischen Hochebene in einer heißen, trockenen Landschaft. Nain ist auch unter der Schreibweise Naeen bekannt. Das Umfeld der Stadt umfasst Dörfer und Brunnen, die für das Leben in dieser trockenen Region von Bedeutung sind.

Nain ist eine historisch alte Stadt mit Spuren aus vorislamischer Zeit. In geografischen Schriften des frühen islamischen Zeitalters finden sich Hinweise auf ihren Namen und auf örtliche Besonderheiten. Zu den bekannten historischen Relikten zählt das Narenj- oder Narin-Schloss. Die Architektur und die Lebensweise der Wüstenstadt stehen in engem Zusammenhang mit den klimatischen Bedingungen der zentralpersischen Hochebene. Diese regionale Umgebung bildet den kulturellen Hintergrund, in dem sich die Nain-Teppichtradition entwickelte.

Die Teppichherstellung in Nain ist jünger als die örtliche Textilproduktion. Über viele Generationen fertigten die Bewohner hochwertige handgearbeitete Wollstoffe an. Diese Stoffe wurden für traditionelle Kleidung und elegante Wollmäntel verwendet. Als sich westliche Kleidungsformen verbreiteten und die Nachfrage nach diesen Textilien zurückging, wurden die vorhandenen Kenntnisse auf die Herstellung handgeknüpfter Teppiche übertragen. So entstand aus einer bestehenden Textilkompetenz ein eigenständiger Schwerpunkt der Teppichproduktion.

Bei der Entwicklung der Nain-Teppiche spielte die benachbarte Stadt Isfahan eine wichtige Rolle. Nain übernahm Einflüsse der Isfahaner Teppichkunst und entwickelte daraus eine eigene, leicht erkennbare Formensprache. Typisch sind die präzise Ausarbeitung, ein glatter Flor und eine formelle Gesamtwirkung. Nain-Teppiche werden traditionell in spezialisierten Werkstätten und von erfahrenen Knüpfern hergestellt. Das Wissen über Knotung, Materialauswahl, Schur und Musteraufbau wird innerhalb der Handwerkstradition weitergegeben.

Die Nain-Knüpferei ist mit der modernen Geschichte Persiens verbunden, bleibt aber in ihren technischen Grundlagen handwerklich geprägt. Baumwolle wird häufig für die Kette eingesetzt, während Wolle den Flor bildet. Bei feineren Ausführungen können Seidenanteile oder Seidenkettfäden vorkommen. Asymmetrische Knoten, ein dichter Aufbau und ein sorgfältig geschnittener Flor gehören zu den bekannten technischen Merkmalen dieser Herkunft. Der vorliegende Teppich verbindet diese regionale Tradition mit einem Flor aus Schurwolle und Seide sowie einer Baumwollkette.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs ist als Lachak-Toranj Nain-Medaillon bezeichnet. Ein Toranj-Medaillon bildet den Mittelpunkt der Komposition. Von diesem Zentrum aus wird die Fläche meist geordnet aufgebaut, sodass ein klarer Blickpunkt und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Mitte und Umfeld entstehen. Lachak-Elemente gehören zur geschwungenen, floralen Ornamentik, die in Nain-Mustern häufig anzutreffen ist.

Die Nain-Formensprache arbeitet mit Arabesken, Ranken, Blüten und fein gegliederten floralen Details. Linien können sich bogenförmig bewegen, ineinander übergehen und den Blick vom Medaillon in die umgebenden Felder führen. Dadurch entsteht keine zufällige Ansammlung einzelner Ornamente, sondern ein zusammenhängender Musteraufbau. Die hohe Knotendichte unterstützt die Darstellung kleiner Formen und sauberer Konturen.

Nain-Teppiche sind für ein formelles Erscheinungsbild bekannt. Häufig verwendete Farbrichtungen sind Babyblau, Marineblau, Beige und Bordeauxrot. In der traditionellen Nain-Gestaltung kommen außerdem Blau, Grün und Weiß vor, die sich oft von einem warmen beigen oder elfenbeinfarbenen Grund abheben. Diese Farbfamilien schaffen eine geordnete, zurückhaltende Wirkung und lassen die Linien der Arabesken deutlich hervortreten. Die konkrete Farbangabe dieses Teppichs umfasst Braun und Rost; diese Töne sind im Ursprungstitel genannt.

Das Medaillon dient nicht nur als dekorative Mitte, sondern auch als ordnendes Prinzip. Um es herum können Ranken, Blüten und weitere florale Motive rhythmisch angeordnet sein. In der Nain-Tradition werden Blumen und Arabesken teilweise durch Seidenlinien betont. Der Seidenanteil im Flor kann dadurch feine Akzente innerhalb der Zeichnung unterstützen, ohne den grundsätzlichen Charakter des Wollflors zu verändern.

Die Nähe zur Isfahaner Teppichkunst zeigt sich in der sorgfältigen Ornamentik und der formalen Anordnung, während Nain durch seine eigene Farb- und Verarbeitungstradition erkennbar bleibt. Ein glatter, eng geschnittener Flor trägt dazu bei, dass das Muster geschlossen und präzise wirkt. Das Lachak-Toranj Nain-Medaillon verbindet somit ein zentrales Ornament mit geschwungenen floralen Formen und der für Nain bekannten kontrollierten Zeichnung.

Besonderheiten

Zu den besonderen Merkmalen dieses Einzelstücks gehören die angegebene 12la-Ausführung, der Flor aus Schurwolle mit Seidenanteil und die Baumwollkette. Die Kombination beschreibt eine feine handwerkliche Konstruktion mit einem ausgewogenen Verhältnis von widerstandsfähiger Wolle und glatter Seide. Das Lachak-Toranj Nain-Medaillon gibt dem Teppich eine klar gegliederte Mitte.

Der Erhaltungszustand ist sehr gut; zugleich weist das Stück minimale Patina auf. Damit wird eine dezente Oberflächenveränderung beschrieben, nicht ein stärkerer Schaden. Als handgeknüpfter Nain aus Persien steht der Teppich in der Tradition einer vergleichsweise jungen, aus der örtlichen Woll- und Textilherstellung hervorgegangenen Knüpfkunst.

FAQ

Was bedeutet 12la bei einem Nain-Teppich?

12la bezeichnet zwölf Garnschichten und beschreibt die im Angebot angegebene Feinheit der Knüpfung. Bei diesem Teppich wird sie mit etwa 200.000 bis 250.000 Knoten pro Quadratmeter verbunden. Die Dichte unterstützt eine differenzierte Darstellung des Medaillons und der feinen floralen Linien.

Woraus besteht der Flor dieses Teppichs?

Der Flor besteht aus 97% Schurwolle und 3% Seide. Die Kette ist aus 100% Baumwolle gefertigt. Wolle bildet den Hauptanteil und verleiht dem Flor seine textile Substanz, während die Seide feinere und glattere Akzente innerhalb der handgeknüpften Oberfläche ermöglicht.

Wie ist der Zustand des Nain-Teppichs?

Der Zustand wird als sehr gut mit minimaler Patina angegeben. Patina meint eine leichte, alters- oder nutzungsbedingte Veränderung der Oberfläche. Eine stärkere Beschädigung oder ein besonderer Restaurierungsbedarf wird für dieses Stück nicht genannt.

Zusätzliche Informationen
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