Perserteppich Fars 208 x 137 cm Wolle handgewebt

799$

Handgewebter Fars Perserteppich | Material: Wolle | Größe: 208 x 137 cm | Muster: Beidseitig identisch | Zustand: Sehr gut | Ursprung: Fars, Iran

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Inventarnummer: 2A87A548

Beschreibung

Fars Perserteppich

Material und Verarbeitung

Dieser Kelim aus Fars ist handgewebt und aus Wolle gefertigt. Bei einem handgewebten Textil entsteht die Fläche nicht durch einzelne Florbüschel, sondern durch das Verkreuzen von Kett- und Schussfäden. Die Wolle bildet dabei das sichtbare textile Material. Der Webvorgang erzeugt eine flache, geschlossene Struktur, die sich deutlich von einem Teppich mit hochstehendem Flor unterscheidet.

Die Bezeichnung Kelim verweist auf diese flachgewebte Herstellungsweise. Beim Weben werden die Schussfäden in die Kette eingetragen und Reihe für Reihe verdichtet. Farbflächen, Linien und geometrische Formen können unmittelbar durch den Wechsel der Schussfarben entstehen. Der Webvorgang erfordert ein gleichmäßiges Spannen der Kette, eine kontrollierte Fadenspannung und das sorgfältige Anschlagen der einzelnen Reihen. Das Muster wird so Bestandteil der Webfläche.

Wolle wird für Kelims seit langer Zeit verwendet, weil sie sich verspinnen, färben und zu stabilen Schussfäden verarbeiten lässt. Ihre natürliche Faserstruktur verleiht dem Gewebe einen griffigen Charakter und eine textile Festigkeit. Bei einem Flachgewebe bleibt die Konstruktion anders sichtbar als bei einem geknüpften Stück: Es gibt keinen geschnittenen Flor, dessen Fasern in eine bestimmte Richtung liegen. Das Muster erscheint als Teil der gesamten Fläche.

Die handgewebte Ausführung beschreibt zugleich die Arbeitsweise. Anders als bei einem industriellen Gewebe können kleine Unterschiede in Spannung, Reihendichte und Farbübergängen durch den manuellen Prozess entstehen. Solche Abweichungen gehören zur Herstellung handgewebter Textilien. Für dieses Exemplar ist als Material handgewebte Wolle angegeben; weitere Materialangaben werden nicht gemacht.

Beim Flachweben wird das Gewebe nach und nach aufgebaut. Die Kettfäden bilden das Grundgerüst, während die Schussfäden die Fläche schließen und die Farbgestaltung hervorbringen. An den Übergängen zwischen verschiedenen Farben können je nach Webweise charakteristische Fugen oder ineinandergreifende Bereiche entstehen. Die technische Ausführung wirkt sich auf die Klarheit der Konturen, die Geschlossenheit der Fläche und die Haltbarkeit des Textils aus.

Herkunft und Tradition

Fars liegt im Süden des Iran und gehört zu den historisch bedeutenden Kulturregionen des Landes. Die Landschaft umfasst unterschiedliche Naturräume, von fruchtbaren Ebenen bis zu Gebirgszügen. Diese Vielfalt hat im Lauf der Zeit verschiedene Formen des textilen Handwerks begünstigt. Neben städtischen Werkstätten bestanden in der Region dörfliche und nomadische Webtraditionen. Kelims konnten als Gebrauchs- und Ausstattungstextilien entstehen, die sich durch ihre flache Konstruktion gut falten, lagern und transportieren lassen.

Die Teppichkultur des Iran ist nicht auf eine einzige Technik beschränkt. In städtischen Zentren entwickelten sich kunstvolle Knüpftraditionen mit Flor, während in vielen Regionen auch das Weben von Flachgeweben gepflegt wurde. Ein Kelim gehört daher zur iranischen Teppich- und Textiltradition, ohne ein geknüpfter Florenteppich zu sein. Die Bezeichnung beschreibt die Technik und die Struktur, nicht eine bestimmte Form des Ornaments. Innerhalb einer Region können Muster, Farben und Webweisen je nach Ort, Werkstatt, Dorfgemeinschaft oder überlieferter Arbeitsweise variieren.

Fars ist besonders mit den Webtraditionen des südwestlichen Iran verbunden. In der Region haben nomadische Gruppen, darunter die Qashqai, eine wichtige Rolle in der Geschichte des textilen Kunsthandwerks gespielt. Das bedeutet nicht, dass jedes Stück aus Fars einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden kann. Es erklärt jedoch, weshalb Fars mit einer lebendigen Verbindung von Gebrauchstextilien, geometrischer Gestaltung und handwerklicher Weitergabe verbunden wird. Techniken wurden innerhalb von Familien und Gemeinschaften vermittelt und an verfügbare Materialien sowie an die jeweilige Nutzung angepasst.

Flachgewebe waren in vielen iranischen Lebenswelten praktische Bestandteile der Ausstattung. Sie konnten als Bodenauflage, Wandtextil, Abdeckung oder transportierbare Unterlage dienen. Ihre geringe Aufbauhöhe erleichterte die Lagerung und den Ortswechsel. Zugleich bot die Webfläche Raum für eine klare, rhythmische Gestaltung. In ländlichen und nomadischen Zusammenhängen wurden textile Arbeiten häufig mit dem Wissen über Spinnen, Färben, Weben und Reparieren verbunden. Die Herstellung war somit Teil einer umfassenderen handwerklichen Kultur.

Die Geschichte iranischer Kelims ist mit unterschiedlichen Lebensformen verbunden. Sesshafte Weber arbeiteten in Dörfern und Werkstätten, während nomadische Weber ihre Geräte und Materialien an mobile Arbeitsbedingungen anpassten. Daraus entwickelten sich verschiedene Ansätze bei der Organisation des Webstuhls, der Farbverwendung und der Gliederung der Fläche. Eine regionale Tradition ist daher kein vollständig einheitlicher Stil, sondern ein Zusammenhang aus überlieferten Techniken, lokalen Materialien und wiederkehrenden Gestaltungsideen.

Die Herkunft Fars, Iran, ordnet dieses Stück in die iranische Tradition ein. Der Begriff Perserteppich wird im Handel auch für gewebte Teppiche aus Iran verwendet, obwohl im engeren technischen Sinn zwischen Kelim und geknüpftem Teppich unterschieden wird. Diese Unterscheidung ist wichtig: Die Herkunft beschreibt den regionalen Zusammenhang, während Kelim die Webtechnik bezeichnet. Beides ergänzt sich, ohne dass aus der Herkunft eine andere Konstruktion abgeleitet werden darf.

Design und Muster

Das Muster dieses Kelims ist beidseitig identisch. Bei einem solchen Flachgewebe kann die Gestaltung aus der Webstruktur selbst hervorgehen. Die Schussfäden werden so geführt, dass Farbflächen und Formen auf der Vorder- und Rückseite in gleicher Weise erscheinen. Dadurch ist keine Seite ausschließlich als Träger des Motivs festgelegt. Das beidseitig identische Muster ist eine erkennbare Eigenschaft dieses Stücks und steht mit der Kelimtechnik in Verbindung.

Geometrische Muster gehören zu den häufigsten Gestaltungsmitteln der Flachweberei. Gerade Linien, gestufte Konturen, Rauten, Zacken, Bänder und wiederholte Felder lassen sich beim Weben klar aufbauen. Solche Formen können einen ruhigen Rhythmus erzeugen, indem sie über die Fläche wiederkehren. Andere Kompositionen arbeiten mit einem zentralen Feld, seitlichen Begrenzungen oder einer Folge verwandter Motive. Die Webtechnik ermöglicht eine präzise, flächige Darstellung von Ornamenten.

In iranischen Textilien haben Muster häufig mehrere Ebenen. Sie können der Gliederung einer Fläche dienen, eine Grenze markieren oder einen wiederkehrenden Rhythmus schaffen. Traditionelle Formen werden dabei nicht zwangsläufig nach einem einzigen festen Entwurf ausgeführt. Weberinnen und Weber konnten bekannte Motive aus dem Gedächtnis übertragen, an die Größe der Webfläche anpassen und in ihrer Anordnung verändern. So entstanden regionale Bildsprachen, die durch Wiederholung erkennbar bleiben und dennoch von Stück zu Stück Unterschiede zeigen können.

Bei einem Kelim ist das Design nicht auf eine weiche Florrichtung oder auf den Wechsel des Lichts in geschnittenen Fasern angewiesen. Die Wirkung entsteht durch das Verhältnis der Farben, die Richtung der Weblinien und die Abfolge der Flächen. Die Muster erscheinen flach und unmittelbar, weil sie in die Konstruktion eingearbeitet sind. Eine identische Gestaltung auf beiden Seiten verstärkt diesen Charakter: Das Ornament bleibt unabhängig davon lesbar, welche Seite nach oben gelegt wird.

Die Webtraditionen von Fars stehen im größeren Zusammenhang iranischer Ornamentik, die sowohl geometrische als auch stilisierte florale Formen kennt. In nomadischen und dörflichen Textilien werden Motive oft stärker vereinfacht und rhythmisiert als in manchen höfischen oder städtischen Entwürfen. Daraus folgt keine bestimmte Zuschreibung für dieses Exemplar. Es beschreibt vielmehr den kulturellen Rahmen, in dem flächige Muster, wiederholte Symbole und gegliederte Bordüren über lange Zeit weitergegeben wurden.

Ein Teppichmuster muss nicht als naturalistische Darstellung gelesen werden. Abstrahierte Formen können Pflanzen, Tiere oder Landschaften andeuten oder lediglich ein überliefertes Zeichen darstellen. Bei der Betrachtung eines Kelims ist deshalb die gesamte Komposition entscheidend: die Ordnung der Flächen, die Wiederholung, die Begrenzungen und die Beziehung zwischen Muster und Gewebe. Für dieses Stück ist als konkrete Mustereigenschaft die beidseitige Identität angegeben; weitergehende Einzelmotive werden nicht benannt.

Besonderheiten

Eine besondere Eigenschaft dieses Stücks ist das beidseitig identische Muster. Dadurch kann der Kelim gewendet werden, ohne dass sich die Gestaltung grundsätzlich verändert. Diese Möglichkeit ist sachlich mit seiner flachen Konstruktion verbunden und macht die textile Fläche vielseitig nutzbar. Die Herkunft aus Fars im Iran verweist zugleich auf eine Region mit einer langen Tradition handgefertigter Gewebe.

Der Zustand ist als sehr gut angegeben. Zusammen mit der handgewebten Ausführung aus Wolle und der Kelimtechnik ergibt sich ein klares Bild der beschriebenen Eigenschaften: Es handelt sich um ein iranisches Flachgewebe aus Fars mit beidseitig gleicher Musterung. Aussagen zu Alter, Signatur, Knotendichte oder weiteren Materialien liegen nicht vor und werden daher nicht ergänzt.

FAQ

Wie pflegt man einen handgewebten Kelim aus Wolle?

Ein Kelim sollte regelmäßig und schonend abgesaugt werden, damit sich Staub nicht in der flachen Webstruktur sammelt. Für die tägliche Pflege genügt eine niedrige Saugleistung ohne harte Bürste, die Fäden oder Kanten unnötig beanspruchen könnte. Flüssigkeiten sollten sofort mit einem sauberen, leicht feuchten Tuch abgetupft werden. Nicht reiben und keine aggressiven Reinigungsmittel verwenden, da dadurch Farben und Fasern beeinträchtigt werden können. Direkte, starke Sonneneinstrahlung sollte möglichst vermieden werden, um ein Ausbleichen zu reduzieren. Bei einer umfassenden Reinigung empfiehlt sich ein Fachunternehmen, das Erfahrung mit handgewebten Wolltextilien hat.

Was unterscheidet diesen Perserteppich von einem geknüpften Teppich?

Dieser Perserteppich ist ein Kelim und damit handgewebt. Seine Fläche entsteht durch Kett- und Schussfäden; ein geschnittener Flor ist nicht angegeben. Bei einem geknüpften Teppich wird dagegen jeder Knoten einzeln in die Kette eingebracht und anschließend meist zu einem Flor gekürzt. Ein Kelim ist deshalb flacher aufgebaut und zeigt das Muster als Bestandteil des Gewebes. Das beidseitig identische Muster ist bei diesem Stück ausdrücklich genannt. Die Bezeichnung Perserteppich verweist auf die Herkunft aus dem Iran, während Kelim die konkrete textile Technik bezeichnet.

Woher stammt dieser Kelim?

Der Kelim stammt aus Fars im Iran. Fars ist eine südiranische Region mit einer langen Geschichte handwerklicher Textilproduktion. Dort wurden unterschiedliche Gewebe in städtischen, dörflichen und nomadischen Zusammenhängen hergestellt. Die regionale Tradition umfasst auch Flachgewebe, bei denen geometrische Ordnung, wiederholte Muster und eine robuste Wollkonstruktion eine wichtige Rolle spielen können. Die Angabe Fars beschreibt die Herkunft dieses Stücks; sie ist nicht mit der Zuschreibung zu einer bestimmten Stadt, Werkstatt oder Volksgruppe gleichzusetzen. Als Material ist handgewebte Wolle angegeben, als charakteristisches Mustermerkmal die identische Gestaltung auf beiden Seiten.

Zusätzliche Informationen
Design-Stil

Farbe

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Grösse

Form

Herkunft

Material

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