Orientteppich Kerman ca 358 x 275 cm handgeknüpft (Verkauft)

Ursprünglicher Preis war: 2130$Aktueller Preis ist: 817$

Handgeknüpfter Kerman Orientteppich | Knotendichte: ca. 90.000 Knoten/qm | Material: Flor 100% Schurwolle, Kette 100% Baumwolle | Größe: ca. 358 x 275 cm | Muster: Floral Kirman Medaillon | Zustand: Sehr gut

Ausverkauft

  • ✓Kostenloser Versand in der EU
  • ✓2-5 Werktage Lieferzeit
  • ✓14 Tage Rückgaberecht
  • ✓Weltweiter Versand auf Anfrage
Secure Payment SICHERE ZAHLUNG
Shipping Partners VERSANDPARTNER
Artikelnummer: 100120000305 Kategorien: , ,

Inventarnummer: 100120000305

Beschreibung

Kerman Orientteppich

Material und Verarbeitung

Dieser handgeknüpfte Orientteppich wurde in Indien gefertigt und verbindet die indische Herstellung mit einem Kerman- beziehungsweise Kirman-Medaillonmuster. Der Flor besteht aus 100% Schurwolle, die Kette aus 100% Baumwolle. Diese Materialangaben beschreiben den Aufbau des Teppichs klar: Die Wolle bildet die sichtbare, weiche Oberfläche, während die Baumwollkette das Grundgerüst der Knüpfung bildet.

Die Knotendichte beträgt ca. 90.000 Knoten pro Quadratmeter. Eine solche Angabe verweist auf eine vergleichsweise fein gegliederte Knüpfstruktur, in der Konturen, Blütenformen und die Ordnung eines Medaillons sorgfältig ausgearbeitet werden können. Bei einem handgeknüpften Teppich entsteht jedes einzelne Gestaltungselement durch die Verbindung von Knoten, Schuss und Kette. Das Ergebnis ist keine gedruckte oder maschinell aufgebrachte Zeichnung, sondern eine textile Konstruktion.

Die Schurwolle im Flor ist das Material, in dem das Muster sichtbar wird. Ihre Faserstruktur nimmt Farbtöne auf und lässt unterschiedliche Flächen, Linien und florale Details voneinander abheben. Die Baumwollkette verleiht dem Gewebe eine geordnete Basis. Zusammen mit der feinen Knüpfung entsteht eine Oberfläche, auf der ein zentrales Medaillon und die begleitenden Blumenmotive präzise angelegt werden können.

Der Zustand dieses Einzelstücks ist sehr gut. Damit ist eine wesentliche Produkteigenschaft benannt, ohne zusätzliche Aussagen über Alter, Restaurierungen oder frühere Nutzung zu machen. Der Teppich ist als handgeknüpftes indisches Stück mit Schurwollflor, Baumwollkette und Kerman-inspiriertem Muster eindeutig beschrieben.

Herkunft und Tradition

Kerman, auch Kirman genannt, ist eine traditionsreiche Teppichregion im Südosten Persiens. Die Stadt liegt in einer Oase am Rand der Dast-e-Lut und wurde im vierten Jahrhundert gegründet. Durch ihre Lage an alten Handelswegen war Kerman über Jahrhunderte mit dem Austausch zwischen Persien und Indien verbunden. In der Stadt und in benachbarten Dörfern entwickelte sich eine eigenständige Teppichkultur, deren Muster und Farbauffassung bis heute als Kerman-Tradition bekannt sind.

Kerman-Teppiche werden seit mindestens dem fünfzehnten Jahrhundert hergestellt. Ihre Geschichte ist von einer Verbindung aus sorgfältiger Zeichnung, feiner Knüpfung und einer ausgeprägten Vorliebe für Farbe geprägt. Die regionalen Weber entwickelten eine große Auswahl an Kompositionen, die sowohl florale Ornamente als auch erzählerische und bildhafte Themen aufnehmen können. Kerman steht deshalb nicht nur für ein einzelnes Muster, sondern für eine vielseitige persische Gestaltungstradition.

Das Vorbild für Kerman-Teppiche reicht von klassischen persischen Ornamenten bis zu Einflüssen europäischer Bild- und Dekorkunst. Schah-Abbasi-Kompositionen mit Medaillon und Eckzwickeln gehören ebenso zum bekannten Formenschatz wie Gartenanlagen, Vasenmotive, Lebensbäume, Jagdszenen und Tierdarstellungen. Daneben finden sich Boteh- und Blumenmuster über die gesamte Fläche, Streifen sowie pictorial genannte Bildteppiche. Diese Vielfalt erklärt, warum der Name Kerman mit sehr unterschiedlichen visuellen Lösungen verbunden ist.

Die Kerman-Tradition wurde im Lauf der Zeit an verschiedene Geschmäcker angepasst. Neben älteren, stärker gesättigten Farbwelten entstanden modernere Entwürfe mit Aubusson-Anklängen, Koranmedaillons und offenen Feldern. Gerade die offene Fläche kann den Gegensatz zwischen dicht ornamentierten klassischen Anlagen und zurückhaltenderen, für westliche Räume entwickelten Kompositionen deutlich machen. Das Grundprinzip bleibt jedoch die sorgfältige Ausarbeitung eines geordneten Designs.

Für die Herstellung traditioneller Kerman-Teppiche wird die regionale Carmania-Wolle als besonders reißfest und glänzend beschrieben. Die Knüpfer der Region sind für hochwertige Textilien, eine sorgfältige Konstruktion und eine feine Ausführung bekannt. Kerman-Teppiche werden traditionell auf einem dichten Baumwollgrund mit dem asymmetrischen persischen Knoten geknüpft. Bei manchen Ausführungen wurde zudem eine besondere Konstruktion eingesetzt, die eine wellige Oberfläche hervorbringen konnte.

Die Farbgeschichte der Kerman-Teppiche ist ebenso abwechslungsreich wie ihre Ornamentik. Kräftige Töne wie Magenta, Blau und goldenes Safran, außerdem Rot, Orange und Türkis, gehören zu den bekannten regionalen Farbvorlieben. Moderne Entwürfe greifen dagegen auch Champagner, Lindgrün, Graublau, Rosa und Beige auf. Eine gleichmäßige Farbverteilung gilt als charakteristisch für die Kerman-Tradition und wird mit den besonderen Verfahren zum Färben der Wolle verbunden.

Design und Muster

Das Muster dieses Teppichs wird als Floral Kirman Medaillon bezeichnet. Im Zentrum steht damit ein Medaillon, das von floralen Formen begleitet und in eine Kerman-inspirierte Gesamtkomposition eingebunden ist. Der Begriff Kirman verweist hier auf die gestalterische Tradition und das Dekor. Der Teppich selbst ist als in Indien gefertigter Indo-Teppich beschrieben. Er wird daher als Orientteppich und nicht als Perserteppich eingeordnet.

Das Medaillon ist eine der prägenden Kompositionsformen der Kerman-Tradition. Es bündelt die Zeichnung in der Mitte und schafft einen visuellen Bezugspunkt für die übrige Fläche. Eckzwickel können das Zentrum rahmen, während florale Ranken, Blüten und Palmetten den Übergang zwischen Mittelmotiv und Feld vermitteln. In einer solchen Anlage entsteht ein ausgewogenes Verhältnis zwischen konzentrierter Mitte, dekorativem Umfeld und klar begrenztem Teppichrand.

Florale Kerman-Entwürfe leben von wiederkehrenden Pflanzenformen. Blüten, Blätter, Ranken und Palmetten können in geschwungenen Linien miteinander verbunden werden. Die kurvenförmige Zeichnung zählt zu den häufig genannten Merkmalen vieler Kerman-Teppiche. Sie lässt die Ornamentik über die Fläche fließen und schafft eine differenzierte Binnenzeichnung, ohne dass jedes Detail als eigenständiges Bild erscheinen muss.

Neben dem Medaillon sind in der Kerman-Tradition zahlreiche andere Musterfamilien überliefert. Vasen können ein Feld mit Blumen und Palmetten füllen, Boteh können sich als wiederholtes Allover-Ornament verteilen, und Gartenmotive können die Fläche in einzelne Bereiche gliedern. Auch Baum-des-Lebens-, Jagd- und Tiermotive gehören zum Repertoire. Bildhafte Darstellungen werden als Pictorials zusammengefasst. Diese Beispiele dienen als kunsthistorischer Hintergrund zur Kerman-Tradition; das konkrete Muster dieses Teppichs ist als Floral Kirman Medaillon angegeben.

Die Farbwirkung Kerman-inspirierter Muster entsteht nicht allein durch einzelne Farbtöne, sondern durch deren Verhältnis zueinander. Kräftige Farben können Blumen, Palmetten und Konturen deutlich hervorheben. Zartere Töne lassen ein offeneres, ruhigeres Feld entstehen. Traditionelle Kerman-Teppiche sind für eine reiche Farbpalette und eine gleichmäßige Verteilung der Farben bekannt. Dadurch können auch fein gezeichnete florale Formen als zusammenhängende Komposition wahrgenommen werden.

Historische Kerman-Entwürfe werden häufig mit Rot-Blau-Kontrasten und tiefem Rot verbunden. Orange und Türkis erweitern diese kräftigere Palette. Bei moderneren Varianten treten Pastelltöne wie Rosa, Beige, Graublau oder Lindgrün stärker in den Vordergrund. Auch Aubusson-artige Anlagen und Medaillon-Eck-Kompositionen mit offenem Feld gehören zur Entwicklung des Kerman-Designs. Der Name der Mustertradition umfasst daher sowohl dicht belegte als auch zurückhaltender angelegte Designs.

Besonderheiten

Eine Besonderheit dieses Einzelstücks ist die Verbindung aus indischer Fertigung und einem Floral-Kirman-Medaillon. Die Bezeichnung Indo Kerman beschreibt dabei die Gestaltungstradition, nicht eine Herkunft aus der iranischen Provinz Kerman. Entscheidend für die Einordnung sind die im Produkt genannten Angaben: Herkunft Indien, handgeknüpfte Ausführung, Schurwollflor, Baumwollkette und das floral ausgearbeitete Kirman-Medaillon.

Hinzu kommen die angegebene Knotendichte von ca. 90.000 Knoten pro Quadratmeter und der sehr gute Zustand. Die feine Knüpfstruktur unterstützt die differenzierte Darstellung eines zentralen Medaillons und floraler Details. Aussagen über ein bestimmtes Alter, eine Signatur oder eine Restaurierung sind nicht Bestandteil der Beschreibung und werden daher nicht ergänzt.

Kerman-Teppiche werden wegen ihrer vielfältigen Muster, ihrer Farbgestaltung und ihrer handwerklichen Konstruktion geschätzt. Manche Besitzer verwenden besonders wertvolle Stücke als Wandschmuck, um die Oberfläche vor Belastungen durch Schuhe zu schützen. Diese allgemeine Nutzungstradition ist ein Hinweis auf die Bedeutung feiner Kerman-Arbeiten, keine Aussage über die bisherige Verwendung dieses Teppichs.

FAQ

Woher stammt dieser Orientteppich?

Dieser Teppich stammt aus Indien. Er ist als Indo Kerman beziehungsweise Kirman beschrieben und besitzt ein Floral-Kirman-Medaillon. Kerman bezeichnet in diesem Zusammenhang die gestalterische Tradition des Musters. Der Teppich wird deshalb als indischer Orientteppich eingeordnet, nicht als Perserteppich aus Iran.

Aus welchen Materialien besteht der Teppich?

Der Flor besteht aus 100% Schurwolle. Die Kette besteht aus 100% Baumwolle. Er ist handgeknüpft und weist eine Knotendichte von ca. 90.000 Knoten pro Quadratmeter auf. Diese Kombination verbindet einen wollenen Flor mit einem Baumwollgrund und ermöglicht eine fein gegliederte Darstellung des Medaillonmusters.

Wie ist der Zustand des Teppichs?

Der Zustand ist als sehr gut angegeben. Weitere Angaben zu Alter, Signatur, Restaurierungen oder konkreten Gebrauchsspuren liegen nicht vor. Festgehalten werden können daher der sehr gute Zustand, die indische Herkunft, die handgeknüpfte Herstellung und das Floral-Kirman-Medaillon.

Zusätzliche Informationen
}) }) }) }) } }) } })
Gratis-PDF: unser Perserteppich-Lexikon – jetzt holen